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Aktienmarkt: Nach der Bescherung folgt die Ernüchterung

Anlegende und Investierende freuen sich 2016 über satte Kursgewinne und sogar auch mal wieder Zinsen unter dem Weihnachtsbaum. Jetzt ist Vorsicht angesagt.

Der DAX war die meiste Zeit des Jahres im Minus. Erst seit dem 05.12.2016 (Trump) steht ggü. Jahresanfang ein Plus im Depot. Das Jahrestief wurde mit rund 8.700 Punkten am 11.02.2016 erreicht, das Jahreshoch sahen wir mit 11.468 Punkten am 22.12.2016. Das Jahr war turbulent und meist von Verlusten geprägt. Aufgrund der atemberaubenden Jahresendrally ernten DAX-Investierende nun (stand heute) eine Rendite in Höhe von 6.73%.

Problematisch dabei ist die Geschwindigkeit: Die letzten 1.000 DAX-Punkte kamen erst seit November. Die Volatilität ist auf dem Jahrtiefststand; seit einigen Tagen hat man das Gefühl der Handel sei eingeschlafen. Seit dem Tief im Februar 2016 hat der DAX um über 25% zugelegt. Und das trotz China, Brexit und Trump. Anlegende sollten jetzt nicht zu euphorisch werden, denn die Kursgewinne stehen auf sehr wackeligen Beinen. Nach dem Durchmarsch sollten die Aktienmärkte in 2017 erstmal mit einer Verschnaufpause beginnen.

Ich wünsche allen Lesenden eine animalische Völlerei und ausufernden Konsumismus 😉


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liebe Grüße, eure Jenny, @_JennyGER_

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Trump-Hausse könnte ein Strohfeuer sein

Erst runter, dann hoch und dann wieder runter und dann wieder hoch! Inzwischen sieht der breite Aktienmarkt ziemlich gut aus, doch der Schein könnte trügen. Die folgenden 4 Gründe sprechen für ein Strohfeuer.

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  • Die Zinsen

Die Zinsstrukturkurve ist steiler geworden. Das heißt die kurzfristigen Zinsen sind noch immer negativ, während die langfristigen Anleihen wieder etwas besser rentieren. Der Aktienmarkt dürfte mit den gefallenen Anleihenkursen korrelieren. Viele Staatshaushalte können steigende Zinsen nicht verkraften.

  • Die Bankaktien

In Erwartung einer heftigen Trumpflation wurde die Zinsstruktur steiler, was Banken generell gut gefällt. Banken können nun wieder durch die Fristentransformation Geld verdienen: Sie nehmen kurzes Geld auf und verleihen es langfristig. Aber: Erhöht die FED bald den Leitzins (kurzer Zins!) dann ist die Differenz erstmal wieder weg.

  • Öl

Die OPEC hat ihre Fördermengen bekannt gegeben. Die Öl-Preise rauschen heftig in den Keller. Auch dies spricht gegen eine Trumpflation. Zudem sahen viele ein billiges Öl als negativen Faktor für die Märkte. Auch andere Rohstoffe (z.B. Metalle) sind seit gestern wieder unter Druck.

  • Die USA schlittert in die Rezession

Einige kühle Rechner von der Wall Street meinen, egal wer Präsident wird, die nächste Rezession in den USA wird ohnehin bald beginnen. Nach acht Jahren Aufschwung sei das eben der normale Zyklus.


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Soll man jetzt griechische Aktien kaufen?

Der berühmte Nobelpreisträger Shiller rät zu griechischen Aktien. Die Kurse griechischer Aktien seien «niedriger als alles, was ich in den USA jemals gesehen habe. Das spricht für ein spektakuläres Investment», so Shiller auf einer Veranstaltung der Barclays in London. Aber da war doch noch diese alte Börsenweisheit, „Never catch a falling knife“, oder?

Shiller hat natürlich Recht. Manchmal kommt es am Markt zu Überreaktionen. Preise können hierbei „zu tief“ oder „zu hoch“ sein. Eine Aktie der Volkswagen AG kostete kurz nach dem Skandal etwas mehr als 92€, heute steht sie knapp unter 120€, obwohl der Skandal noch läuft. Es kann Sinn machen, dann zu kaufen, wenn alle anderen verkaufen. Hierzu bedarf es Mut und konsequentes Vorgehen. Auch muss man sich sicher sein, dass eine Überreaktion der Marktteilnehmer vorliegt, ansonsten greift man tatsächlich ins fallende Messer.

Schaut man sich den Aktienkurs von zum Beispiel bestimmten Banken an, dann hätte man schon mehrfach denken können, dass es „nicht mehr billiger wird“. Doch manchmal kommt es anders. Unternehmen oder Volkswirtschaften, deren Existenz bedroht ist, werden keine Rendite bringen. Ihre Preise sind mit großer Sicherheit korrekt. Eine Überreaktion liegt oftmals dann vor, wenn die Investierenden panisch von Medien, Hetze, Stimmungen, Politik oder aufgrund des Herdentriebs zu einer Handlung verleitet werden.

Anfang 2015 eskalierte die Ukraine-Krise. Damals konnte man russische Staatsanleihen zu 78% des Nennwertes kaufen und strich seither 7,50% Zinsen ein. Heute steht die Anleihe bei 98%. Obwohl der Rubel in der Zeit etwas abgewertet hat, haben die Anlegenden (in CHF oder EUR) ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Hier hat es sich also gelohnt! Anders bei vielen Anleihen von zum Beispiel „nachhaltigen und ökoligischen“ Mittelständlern, die immer wieder in die Insolvenz gehen.

Das fallende Messer zu fangen kann sich durchaus lohnen. Man muss aber mutig sein und immer damit rechnen, dass das Messer noch einige Zeit weiter fallen wird. Ein heftiger Preisrückgang geschieht ja nicht grundlos. Dennoch kann man sich auf Crashtage freuen, um Schnäppchen zu machen. „Fishing from the Bottom“ lohnte übrigens auch bei griechischen Staatsanleihen. Die 2017 fälligen Papiere stiegen von 62% im Sommer 2015 auf aktuell 98%. Der griechische Aktienmarkt, gemessen am ATHEX, tendiert hingegen nahe seines 10-Jahres-Tiefs. Ob das nun Kaufkurse sind, wird sich zeigen.


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Aktien und Anleihen: Risikostreuung funktioniert nicht mehr

Bei der Geldanlage gilt seit Jahrzehnten der gleiche Grundsatz: Aktien und Anleihen werden zu einem Portfolio gemischt. Der Aktienanteil bestimmt das Risiko während die Anleihen einen stabilen Ertrag bringen sollen.

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Die alte Zinswelt war sehr einfach. Wer zu 20% auf Aktien setzt und auf seine 80% einen festen Zins in Höhe von z.B. 4% bekommt, kann rechnerisch problemlos einen 16 prozentigen Einbruch seiner Aktien verkraften, ohne dass sein Portfolio einen Verlust aufweist. Im Moment gibt es diese 4% Zinsen nicht, aber ein zweistelliger Einbruch beim Aktienmarkt ist immer wieder denkbar. Insbesondere Mischfonds leiden unter der Zinslosigkeit. Ihr Risiko hat sich durch den Null- und Negativzins rechnerisch sogar erhöht.

Wer auf einen reinen Aktien/Anleihen-Mischfonds setzt, oder diese Struktur über ETFs nachbildet, sollte die nächsten Jahre keinen Spass damit haben, denn die Korrelation der beiden Anlageklassen dürfte ziemlich gestiegen sein. Bei Eintritt systemischer Risiken ist ein Rückgang beider Anlageklassen nicht unwahrscheinlich. Der Effekt der Risikostreuung verpufft! Eine Aufteilung in Aktien und Anleihen ist nicht dienlich. Es kann besser sein, über mehr als nur diese beiden Risikofaktoren zu diversifizieren.

Das Pärchen „Aktien und Anleihen“ ist im jetzigen Marktumfeld nicht attraktiv. Es sollte besser sein, auch Fremdwährungen, spezielle Anleihenarten, börsenunabhängige Beteiligungen, Immobilien, Hartgeld und Rohstoffe einem Portoflio beizumischen. Die Aktienquote an sich sollte in einem modernen Portfolio nicht mehr der hauptsächlich bestimmende Risikofaktor sein. Eine gesunde Mischung aus Wachstumswerten, Stabilität und fixed Income muss aus mehr als nur Aktien und Anleihen bestehen, damit das Risiko (wieder) optimal gestreut ist.

Viele Anbieter von Mischfonds reden sich mit einem Blick in die Vergangenheit heraus. In der Tat waren viele Fonds in der Vergangenheit ziemlich gut. Doch was sagt das für die Zukunft aus? Nichts, denn noch nie in der Vergangenheit hatten wir eine derartige Geldpolitik, wie wir sie aktuell haben. Neuartige Mischfonds berücksichtigen mehrdimensionale Risikofaktoren und steuern die Portfeulles aktiv. Wer auch weiterhin auf „Aktien und Anleihen und sonst nichts“ setzt, kann dem Geldputsch der EZB hilflos ausgeliefert sein.


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Liebe Lückenpresse, und wer war diesmal schuld?

Anfang September 2015, kurz nach der ersten Crashwelle am Aktienmarkt meldet die chinesiche Nachrichtenagentur Xinhua:China findet Schuldigen für die Börsenpanik – Finanzjournalist gesteht”. Zu finden war diese wahnsinnige Verschwörungstheorie im Focus, Spiegel, FAZ, Tagesspiegel, WirtschaftsWoche und vielen anderen. Und jetzt? Anfang 2016 fielen die Aktienmärkte unter das Tief vom Sommer 2015. Sind noch immer die angeblich frei erfundenen Gerüchte des Finanzjournalisten daran schuld?

China ist eine kommunistische Diktatur! Ihre Lügen sind für geübte Belogene aus EU und USA oft leicht zu durchschauen. Der chinesische Aktienmarkt war überhitzt und die Wirtschaft schwächelt – an diesen beiden Ursachen kann man nichts rütteln. Die Story der “Panik durch Finanzjournalist” ist so unglaubwürdig wie “Massenvernichtungswaffen im Irak”. China lieferte für die globale Börsenpanik einen Schuldigen, damit der Crash ein personalisiertes Gesicht bekommt. In der Wahrnehmung der Menschen war dann nicht mehr die schwächere Konjunktur, sondern das Bauernopfer schuld. Retroperspektiv ist das eine gefährliche Falscheinschätzung!

Link zum ursprünglichen Posting: Ich habe diese irre Verschwörungstheorie schon damals nicht geglaubt.


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Aktienmarkt: Der Preis der Alternativlosigkeit

Wie groß der Schaden sein kann, wenn etwas für alternativlos erklärt wird, zeigt eindrucksvoll der Aktienmarkt. Anleger hat es eiskalt erwirtscht: Aus Zinslosigkeit wurde Ahnungslosigkeit und daraus wurde Alternativlosigkeit.

Insbesondere im ersten Halbjahr 2015 herrschte eine regelrechte Kaufpanik. Alle wollten Aktien haben. In einer Welt ohne Zinsen wurde die Dividende als perfekte Ertragsquelle gefeiert. Der Nutzen einer 3%-Dividende ist bei einem Kursverlust von z.B. 30% sehr gering. Auch diese Baisse läuft lehrbuchmäßig ab: Eine Kaufpanik mit Hype, dann eine Verehrung als Kür und schließlich ein übertriebener Abverkauf. Es wurde immer wieder betont, wie alternativlos die Aktie als Ertagsquelle wäre. Jetzt haben viele Anleger die Quittung für die scheinbare Alternativlosigkeit.

Aufgrund der Zinslosigkeit trifft es diejenigen am schlimmsten, die eigentlich Sicherheit brauchen. Produkte, die mit Sicherungsstrategien ausgestatten sind, haben nun empfindliche Verluste erlitten und benötigen jetzt fixe Erträge, um die versprochenen Sicherungsniveaus zu erreichen. Selbiges gilt für Anlageprodukte, die per Gesetz eine Kapitalgarantie haben müssen, wie z.B. alle Riester-Verträge. Aussitzen wird hier nicht funktionieren, weil „Produkte mit Sicherheit“ aus dem Markt raus sind und oftmals nur noch Cash halten. Wer hingegen Aktien oder Aktienfonds hat und warten kann, der sitzt die Sache einfach aus.

Handeln statt Jammern! Es gibt viele Dinge, die Anleger jetzt tun können. Ein DAX unter 9.000 Punkte ist sicherlich nicht mehr so überteuert wie ein DAX bei über 12.000 Punkten. Wer nach Oktober 2014 eingestiegen ist, hat jetzt Verluste. Warum nicht nachkaufen und damit den Einstand verbilligen? Privatanleger haben die schlechte Angewohnheit, stets dann zu kaufen wenn es teuer ist und zu verkaufen wenn es billig ist. Wie machen das Privatanleger beim Alltagseinkauf? „Huch, die Kartoffeln sind aber billig heute, da nehme ich gleich ein paar weniger“. Oder: „Huch, die Kartoffeln sind aber teuer heute, da nehme ich gleich ein paar mehr“.

Es ist so und es war schon immer so: Erträge sind mit Wagnissen verbunden, Wagnisse sind mit Risiken verbunden und Risiken sind mit Unsicherheiten verbunden. Nichts ist alternativlos. Auch wenn die aktuelle Baisse systemisch wird, wer sehr lange Zeit hat, kann Wagnisse eingehen. Natürlich führt eine wahnsinnig gewordene Politik die Welt immer wieder an den Rand des Abgrundes, aber die Welt wird nicht untergehen – das ist physikalisch unmöglich.

Lesetipps:


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Hohe Dividendenrendite als Warnzeichen

Der klassische deutsche Anleger liebt regelmäßige Erträge. Bei Mieten, Zinsen, Renten und Dividenden geht sein Herz auf. Doch vorsicht! Aktien mit hoher Dividende müssen nicht qualitativ sein.

Wer Aktien kauft, beteiligt sich am Eigenkapital eines Unternehmens. Der Jahresüberschuss, der sich im Laufe eines Geschäftsjahres im Unternehmen ansammelt, erhöht den Unternehmenswert und somit rechnerisch den Aktienkurs. Am Ausschüttungstag fällt der Kurs um die Höhe der Ausschüttung. Das Vermögen des Aktionärs bleibt bei einer Dividendenzahlung rechnerisch gleich: „Aktie runter und Bargeld rauf“. Der gefühlte Mehrwert liegt für manche Anleger in der Natur der Ausschüttung. Sie lieben es einfach, wenn ihnen jemand Geld überweist.

Statt den Jahresüberschuss auszuschütten, könnten die Eigentümer des Unternehmens (Aktionäre) auch beschließen, dass das Geld in der Firma bleibt und dort in Forschung, Humankapital, Entwicklung, Innovation oder die Produktion investiert wird. Was sagt es über einen Unternehmer aus, der nicht weiß, was er mit liquiden Mitteln anstellen soll? Viele Konzerne schwimmen in Geld, können es nicht anlegen (Negativzins) und haben null Ideen, es organisch zu investieren. Die Auszahlung einer Dividende ist da oftmals nur eine Notlösung.

Neben einer fehlenden Innovationskraft dient die Dividendenrendite auch als Warnzeichen. Sie bezeichnet die Dividende in Prozent zum aktuellen Kurs. Fallen die Kurse stark, dann wird sie optisch hoch. Sucht man nach Aktien mit besonders hoher Dividendenrendite, dann findet man solche, die eben schnell und heftig gefallen sind. Aktienkurse fallen u.a. immer dann, wenn es der Firma schlecht gehen könnte. Masterfrage: Wie ist die Qualität einer Dividende, die von einer Firma bezahlt wird, der es vielleicht nicht so gut geht?

Die Dividenden-Verblödung geht inzwischen soweit, dass die Dividendenrendite mit Zinssätzen verglichen wird. Hier haben Marketingstrategen ganze Arbeit geleistet! Mir persönlich ist es lieber, wenn die Unternehmen, die mir gehören, ihren Kassenbestand behalten, und es sinnvoll in Wachstum investieren. Ein positiver Effekt von Dividenden ist, dass sie die Portfolio-Volatilität senken können; quasi als Risikopuffer dienen. Trotzdem ist eine Dividende kein Ersatz für Zinsen und oftmals sogar ein Warnzeichen.


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