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BaFin lässt Bonitätsanleihen weiterhin zu

Verbraucherschützende glühen vor Wut. Weil die Zertifikaterbranche Zugeständnisse bei Bonitätsanleihen macht, zieht die Bafin das geplante Verbot vorerst zurück. Die „Credit Linked Note“ kann bleiben – aber mit verschärften Regeln.

bonianleihenSo geht´s: Investierende leihen einer Bank Geld und bekommen hierfür Zinsen. Die Rückzahlung richtet sich nach der Zahlungsfähigkeit eines Drittschuldners. Hierfür bekommen die Anlegenden einen Zinsaufschlag. Bei einer Bonitätsanleihe hat man sinngemäß zwei Schuldner: Die Bank und einen Drittschuldner. Daher sind die Zinsen regelmäßig etwas höher im Vergleich zu klassischen Unternehmensanleihen. Fällt der Drittschuldner aus, ist die Bonitätsanleihe ist Gefahr.

Hintergrund des BaFin-Sinneswandels ist eine Selbstverpflichtung, die sich  Emittenten von Bonitätsanleihen und die vertreibenden Banken auferlegt haben. Dabei sind diese Papiere bei Anlegenden sehr beliebt: Derzeit halten Privatanlegende Bonitätsanleihen im Volumen von 6 Milliarden Euro. Künftig soll es ein Mindestrating (Investment Grade) geben. Auch soll der Drittschuldner börsennotiert sein. Außerdem sollen sich die Credit Linked Notes künftig nur auf einen Schuldner und nicht mehrere Schuldner beziehen. Die Mindeststückelung soll 10.000 € betragen.

Mit den Inhalten der Selbstverpflichtung können Bonitätsanleihen ein sinnvolles Finanzinstrument sein. Es handelt sich um keine „bösen Papiere“, sondern um, je nach Rating der Drittschuldner, tendenziell sicherheitsorientierte Zinsanlagen. Wer an die Bonität von beispielsweise Daimler, BASF, Bayer, Allianz, Post, Telekom oder einigen anderen höherboniblen Großkonzernen glaubt, kann mit dieser Anlageform einen kleinen Zinsaufschlag kassieren. Wichtig ist, wie bei allen anderen Finanzprodukten auch, dass die Beratung qualitativ abläuft.

Wie werden diese Produkte konstruiert und wie funktionieren sie technisch? Hierzu steht alles auf Wikipedia. Anders als die ebenfalls unter Kritik stehenden CFDs, sind Bonitätsanleihen keine Zockerpapiere. Muss ein Privatanlegender wissen, wie CLNs technisch gebaut werden? Nein! Autokaufende lassen sich im Autohaus ja auch nicht jede Schraube erklären. Ob und wie ein Finanzinstrument geeignet und angemessen ist, können Anlegende mit ihrem Beratenden im persönlichen Gespräch klären und protokollieren. Mündige Verbrauchende können selbst entscheiden.


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liebe Grüße, eure Jenny, @_JennyGER_

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Aktien und Anleihen: Risikostreuung funktioniert nicht mehr

Bei der Geldanlage gilt seit Jahrzehnten der gleiche Grundsatz: Aktien und Anleihen werden zu einem Portfolio gemischt. Der Aktienanteil bestimmt das Risiko während die Anleihen einen stabilen Ertrag bringen sollen.

templeton

Die alte Zinswelt war sehr einfach. Wer zu 20% auf Aktien setzt und auf seine 80% einen festen Zins in Höhe von z.B. 4% bekommt, kann rechnerisch problemlos einen 16 prozentigen Einbruch seiner Aktien verkraften, ohne dass sein Portfolio einen Verlust aufweist. Im Moment gibt es diese 4% Zinsen nicht, aber ein zweistelliger Einbruch beim Aktienmarkt ist immer wieder denkbar. Insbesondere Mischfonds leiden unter der Zinslosigkeit. Ihr Risiko hat sich durch den Null- und Negativzins rechnerisch sogar erhöht.

Wer auf einen reinen Aktien/Anleihen-Mischfonds setzt, oder diese Struktur über ETFs nachbildet, sollte die nächsten Jahre keinen Spass damit haben, denn die Korrelation der beiden Anlageklassen dürfte ziemlich gestiegen sein. Bei Eintritt systemischer Risiken ist ein Rückgang beider Anlageklassen nicht unwahrscheinlich. Der Effekt der Risikostreuung verpufft! Eine Aufteilung in Aktien und Anleihen ist nicht dienlich. Es kann besser sein, über mehr als nur diese beiden Risikofaktoren zu diversifizieren.

Das Pärchen „Aktien und Anleihen“ ist im jetzigen Marktumfeld nicht attraktiv. Es sollte besser sein, auch Fremdwährungen, spezielle Anleihenarten, börsenunabhängige Beteiligungen, Immobilien, Hartgeld und Rohstoffe einem Portoflio beizumischen. Die Aktienquote an sich sollte in einem modernen Portfolio nicht mehr der hauptsächlich bestimmende Risikofaktor sein. Eine gesunde Mischung aus Wachstumswerten, Stabilität und fixed Income muss aus mehr als nur Aktien und Anleihen bestehen, damit das Risiko (wieder) optimal gestreut ist.

Viele Anbieter von Mischfonds reden sich mit einem Blick in die Vergangenheit heraus. In der Tat waren viele Fonds in der Vergangenheit ziemlich gut. Doch was sagt das für die Zukunft aus? Nichts, denn noch nie in der Vergangenheit hatten wir eine derartige Geldpolitik, wie wir sie aktuell haben. Neuartige Mischfonds berücksichtigen mehrdimensionale Risikofaktoren und steuern die Portfeulles aktiv. Wer auch weiterhin auf „Aktien und Anleihen und sonst nichts“ setzt, kann dem Geldputsch der EZB hilflos ausgeliefert sein.


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Mit dieser Spekulationsidee kann man auf die fehlgeleitete Geldpolitik setzen

Knapp 40% aller Staatsanleihen der Industrieländer haben eine negative Rendite. Anleger, die so viel anlegen müssen, dass sie nicht auf Bargeld ausweichen können, bezahlen quasi eine Gebühr zur Vermögensverwahrung.

Das eigentlich tragische am Negativzins ist die Haushaltslage der Staaten. Statt die Entlastung zu nutzen, um die ersparten Zinsen in die Tilung zu setzen, haben sie sich eher noch mehr verschuldet. Die Finanzminister ruhen sich auf dem Negativzins aus und verschleppen wichige Reformen. Damit die Industriestaaten doch noch irgendwie aus ihren Schuldenbergen herauswachsen können, was man dem Volk dann als Tilgung verkauft, bedarf es einer unkonventionellen Liquiditätspolitik der Zentralbanken.

Am schlimmsten ist Japan dran. Die dortige Zentralbank wird wahrscheinlich die erste sein, die mit neuartigen Instrumenten experimentieren könnte, während Janet Yellen in Jackson Hole überraschenderweise den nächsten Zinsschritt der US-FED verkündet. Eines passt hier nicht zusammen und das ist der Wechselkurs USD/JPY. Im Januar stand er noch bei 120, aktuell knapp über 100. Es gibt für mich keinen erklärbaren Grund, warum der japanische Yen ca. 20% gegenüber dem US-Dollar aufgewertet hat. Auch den Japanern selbst gefällt das nicht: Die Exportwirtschaft leidet unter der stark aufgeblähten Währung.

Hochspekulativ eingestellte Menschen können nun folgende Idee haben: Die japanische Zentralbank wertet mit neuen Methoden ihre Währung ab, während die US-Fed die Zinsen anhebt. Die Yen-Blase platzt und der Wechselkurs steigt. Auch wenn wir bei USD/JPY gerne auch noch Notierungen von unter 100 sehen können, so sprechen viele Indizien für eine Abwertungswelle der fernöstlichen Währung. Spekulanten können, zum Beispiel mit Optionsscheinen, die Gaga-Geldpolitik für sich nutzen. Damit der Yen abwertet bedarf es einer positiven Inflation in Japan und in den USA. Beides kann man für wahrscheinlich halten. Letzteres sieht auch Prof. Thorsten Polleit auf dem Blog Rott & Meyer.

Die Idee „Yen short / Dollar long“ habe natürlich nicht nur ich, sondern auch Mr. Rentenmarkt. Die Rede ist von Michael Hasenstab, Fondsmanager des Templeton Global Bond Fund. Das Flaggschiff hat sich aktuell für den US-Dollar und gegen Euro und Yen positioniert. Die Wertentwicklung der jüngeren Vergangenheit ist enttäuschend, weil auch Hasenstab in die Fehlbewertung hineingesetzt hat. Witz für Branchenkenner:Hasenstab hat sich nicht geirrt, sondern der Markt.“

Kennt jemand weitere Fondsmanager oder berühmte Investoren, die die hier beschriebene Idee haben? Ab damit in die Kommentare!

Wichtig: Mit dem diesem Posting kann und wird NIEMAND eine Anlage- oder Spekulationsentscheidung treffen können. Irrtum vorbehalten. Der Kauf von Finanzinstrumenten erfordert Angemessenheit, Geeignetheit und eine ausführliche Beratung bzw. den ausdrücklichen Verzicht auf Beratung seitens des Anlegers. Dieser Text stellt keine Beratung dar. Marktpreise können und werden fallen, steigen oder gleich bleiben.


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Anleihen-Crash: Privatanleger verlieren

Der Preis einer 10 jährigen deutschen Staatsanleihe fiel von 160,29% am 17.04.2015 auf aktuell 151,18%. Das Vermögen der Deutschen, das  in Rentenfonds angelegt ist, stieg seit Anfang 2014 von 163 Milliarden Euro auf 189 Milliarden Euro. Auch im ersten Quartal 2015 sind viele gierige Anleger blind in diesen Markt eingestiegen.

Die wenigsten Anleger verstehen, wie Anleihen (auch Bonds oder Renten genannt) funktionieren. Diese Papiere bestehen aus einem Nennwert, einem Zins und einem Kurs. Die Rückzahlung erfolgt immer zum Nennwert (Kurs 100%) und der Zins ist meistens fest. Über den Kurs verändert sich die Rendite für Anleger, die diese Anleihe während der Laufzeit kaufen möchten. Sinkt das Zinsniveau, dann steigen die Kurse von Anleihen, bzw. die Rendite fällt. Hierdurch entstanden in der Vergangenheit tolle Renditen bei Rentenfonds. Steigen die Zinsen (auch: Risikoprämien) dann fallen die Kurse auch wieder.

Viele Anleger waren wieder mal gierig und wollten 1%-2% Rendite mit Zinsprodukten haben. Jetzt sitzen viele von Ihnen auf Verlusten. Weil nicht alle Rentenfonds mit langen Laufzeiten arbeiten, sind diese Verluste meist nur gering. Der Rentencrash ist schnell und heftig und vielleicht noch lange nicht vorbei. Faustformel: Je 1%-Punkt Renditeanstieg einer deutschen 10y-Anleihe fällt ihr Kurs um knapp 10%. Weil Fondsanleger meist keine 10 Jahre Zeit haben, sondern täglich an ihr Geld wollen, spüren sie diesen Kursverlust schmerzlich im Depot.

Hat ein Rentenfonds in der Vergangenheit eine tolle Rendite, dann ist das ein Warnsignal und niemals eine Prognose! Anders als bei z.B. Aktien kann es bei Anleihen keinen „Trend“ geben, denn Anleihen haben eine natürliche Kursobergrenze, nämlich dort, wo die Rendite stark negativ würde. Wer auf Zinspapiere setzen möchte, der sollte international streuen und auch Währungschancen nutzen. So umgeht man das Risiko, von einer einzigen Geldpolitik abhängig zu sein. Anleger müssen sich klar machen, dass sich jeder Zinsanstieg, jede Versteilerung der Zinsstrukturkurve und jeder Risikoanstieg als Kursverlust bemerkbar macht. Warum haben die Deutschen seit 01.01.2014 über 40 Mrd. Euro in diese Produkte angelegt? Ganz einfach: Gier frisst Hirn.


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Blitz-Crash: Schäuble muss dreimal so viel Zinsen bezahlen, wie noch vor 2 Wochen

Parallel zum Aktienmarkt begann diese Woche ein heftiger Ausverkauf an den europäischen Anleihemärkten. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, verlor fast drei Prozentpunkte. Das ist ein Rekord.

Während sich Wolfgang Schäuble und seine schwarzen Nullen Mitte April für 10 Jahre im Tief noch zu ca. 0,11% verschulden konnte, müssen die Herrschaften nun schon 0,38% berappen. Das ist eine Verdreifachung auf niedrigem Niveau. Doch wenn die Rendite steigt, dann sinken die Kurse. Faustformel: Steigt die Rendite einer 10 jährigen Bundesanleihe um 1%-Punkt, dann geht der Anleihenkurs um etwas unter 10% in die Knie.  Zinsjäger, Bondaffen und Rentenfonds bekommen jeden Zinsanstieg schmerzlich zu spüren.

„Die Kursbewegung ist zwar stark, für das Platzen einer Blase ist der Knall aber zu leise“, sagt ein Rentenanalyst einer großen Zeitung. Der Satz enthält zwei wichtige Informationen: Ja es gibt eine Anleihenblase und ja, das ist erst der Anfang. „Der Blitz-Crash fördert die strukturelle Schwäche des Bondmarktes zutage“, schreibt ein Commerzbank-Analyst. Weil die EZB den Anleihenmarkt leerkauft, werden Marktmechanismen außer Kraft gesetzt. Dies macht diesen Markt anfällig für Kursausschläge. Auch werden deutsche Bundesanleihen mit einer Einigung im Griechen-Konflikt zunehmend unattraktiv.

Der Anleihenmarkt ist kein Nebenschauplatz. Der Aktienmarkt umfasst global  rund 69 Billionen Dollar. Der Markt für Anleihen und andere Kreditverbriefungen umfasst ein Volumen von zirka 225 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Das Welt-BIP liegt bei rund 76 Billionen Dollar. Dieser „Crash“ hat die besondere Würze, dass er gleichzeitig mit einem starken Rückgang am Aktienmarkt einhergeht. Auch auf der Währungsseite waren diese Woche heftige Turbulenzen zu sehen. Ob das der Beginn einer größeren Krise oder einfach nur ein Schluckauf ist, kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Fakt ist: 0,38% Zinsen für 10 jährige Kredite ist immer noch wenig. Vielleicht sogar (für das vorhandene Risiko) zu wenig.

Zum weiter lesen:


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Dreimonats-Euribor erstmals negativ

Gestern wurde erstmals der Geldmarktzins Euribor mit einer Laufzeit von drei Monaten mit einer negativen Rendite von minus 0,001 Prozent ermittelt.  Bleibt dieser Geldmarktsatz negativ, dann könnte das zu völlig verrückten Ausschweifungen führen.

Der Dreimonats-Geldmarktzins dient vielen variabel verzinslichen Geldanlagen als Basiszins. So gibt es zum Beispiel diverse „variabel verzinsliche Anleihen“ (sog. Floater), die sich an diesem Euribor orientieren. Auch die Verzinsung vieler Konten ist vertraglich mit dem Euribor verknüpft. Bleibt der Euribor negativ, dann könnte es theoretisch zu negativen Zinsen beim Endanleger kommen.

Am Markt gibt es beispielsweise variabel verzinste Anleihen, die stets den 3M-Euribor, multipliziert mit einem Faktor, ausschütten. Doch einen negativen Wert kann man multiplizieren so oft man will; es wird dadurch nicht positiv. Was passiert nun? Bucht die Bank die Negativzinsen dann einfach vom Verrechnungskonto ab und wenn ja, braucht sie hierzu ein SEPA-Mandat? Oder wird der negative Koupon vom Nennwert abgezogen, wenn ja ist das dann ein Kreditereignis (Default)?

Es bleiben Fragen über Fragen. Wahrscheinlich käme es bei einem  vorübergehend negativen Euribor nicht zu negativen Zinsen beim Endanlager, obwohl es Banken und Emittenten vertraglich sogar machen düften. Was passiert, wenn ein Anleger nagtive Zinsen bekommt? Bekommt er dann die Abgeltungssteuer darauf gutgeschrieben oder den Betrag auf den Freistellungsauftrag aufaddiert? Wie kann man die negative Zinseinkunft ggü. der Steuer mit positiven Zinseinkünften verrechnen? Diese Fragen müssen wir uns so langsam mal stellen.


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Heftige Blase am Rentenmarkt

Überhitzungen, Spekulationsblasen und gefährliche Kurseuphorie sieht man nicht nur bei Aktien und Immobilien sondern seit langem auch am Rentenmarkt. Die Kurse vieler Anleihen sind enorm gestiegen, was die Renditen in den Keller drückt.

Renten, Bonds, oder auch Anleihen (ist alles das selbe) sind verbriefte Kredite. Oft werden sie auch einfach nur festverzinste Wertpapiere genannt; bei deutschen Staatsanleihen spricht man umgangssprachlich auch gerne von Bundesschatzbriefen oder Bundesobligationen. Solche Papiere haben einen Nennwert, eine feste Verzinsung und einen Kurs. Die Rückzahlung erfolgt stets zum Nennwert (Kurs 100%). Viele Anleihenkurse liegen aktuell weit über 100% und werden durch den Nennwertkonvergenz-Effekt starke Kurseinbußen sehen, die über die fixe Zinszahlung nur bedingt abgefedert werden können. Steigen die Kurse von Anleihen, dann freuen sich zwar Inhaber von z.B. Rentenfonds, aber die Erwerber dieser Papiere erhalten schlicht keine angemessene Risikoprämie mehr.

Damit die Kurse von Anleihen steigen, müssen 2 Dinge geschehen: Entweder das Zinsniveau sinkt oder das Risiko des Kreditnehmers sinkt. Beides stützt den Kurs und senkt die Rendite. Weil das viele frisch gedruckte Geld panisch Rendite sucht, schossen die Kurse nach oben, was die Renditen drückt. Viele Renditen vergüten längst nicht mehr das Risiko ihrer Kreditnehmer. Zu was fehlende Risikoprämien in einer Geldplanwirtschaft führen können, haben vergangene Krisen eindrucksvoll gezeigt. Bei deutschen Staatsanleihen ist es besonders extrem: 1 bis 7 jährige Laufzeiten rentieren negativ, die 10 jährige Variante wirft magere 0,11% p.a. ab. Der Kursgewinn des Renditerückgangs sieht in Rentenfonds und z.B. Überschussmitteilungen von Versicherern zwar schön aus, aber die nächsten Jahre ist hier nichts mehr zu erwarten.

Die Kursblase bei Anleihen zeigt sich sehr eindrucksvoll an aktuellen Marktdaten. Bulgarien bezahlt auf 10 Jahre nur 2,3%. Frankreichs 40-jährige Kredite bringen 1,07% pro Jahr. Irland bezahlt für 5 Jahre nur 1,01% p.a. und selbst ein Land wie Marokko muss für 5 Jahre nur knapp über 2% jährlich berappen. Rumänien kann sich aktuell auf 4 Jahre mit 1,05% p.a. verschulden, bei Ungarn ist es ähnlich. Die Türkei bekommt im Moment für 2,72% p.a. einen 10 jährigen Kredit in Euro. Konzerne wie BASF oder Bayer  bekommt den 10 Jahreskredit für jährlich ca. 0,65% Zinsen. Damit es bei Rentenfonds zu weiteren Kursgewinnen kommt müsste das Zinsniveau insgesamt weiter fallen. Diese niedrigen Renditen bepreisen in keinster Weise die dahinterstehenden Risiken. Das heißt bei Eintritt der Risiken muss wieder jemand Drittes dafür bezahlen. Wer das wohl sein wird?

Datenquelle: Anleihen-Finder der Börse Stuttgart

Zum weiter lesen: Die Jahrhundert-Blase


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