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Spanien und Portugal: Straferlass für Defizitsünder aus Angst vor Populisten

Nachdem nun die Einspruchsfrist ablief, soll morgen offiziell der Straferlass für die Defizitländer Spanien und Portugal verkündet werden. Der Vorschlag zum Straferlass kam von der EU-Kommission. Sie begründete das unter anderem damit, dass sie die EU-kritische Stimmung in den betroffenen Ländern nicht noch weiter anheizen wolle.

Damit es zu einer Strafe gemäß Euro-Stabilitätspakt kommt, muss ein Abstimmungsverfahren eingehalten werden. Es gab zwar von einigen Ländern Kritik, doch die Mehrheit der  Mitgliedstaaten wird sich dem Vorschlag der EU-Kommission beugen. Erlaubt ist laut Euro-Stabilitätspakt maximal eine Neuverschuldung von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung. Spanien wies zuletzt ein Defizit von 5,1 Prozent auf, in Portugal lag es bei 4,4 Prozent.

Der Stabilitäts- und Wachstumspakt wurde installiert, damit es kein übermäßiges Verschuldungsverhalten der Euroländer gibt. Ausnahmen sieht der Stabilitätspakt nur vor, wenn ein außergewöhnliches Ereignis wie z.B. eine Naturkatastrophe auftritt oder sich das betroffene Land in einer schweren Wirtschaftskrise befindet. Interessant ist auch die Vertragsentstehung: Im Rahmen des Maastricht-Vertrags von 1992 wollte Deutschland sog. „automatische Strafen“, hat aber auf Druck von Frankreich nachgegeben.

Infolge der Finanzkrise hatten 20 der heute 28 EU-Mitgliedsstaaten die Kriterien des Stabilitäts- und Wachstumspaktes nicht mehr erfüllt, was zu Fiskalpakt und ESM führte. Diese Instrumente dienten der Politik im Wahlkampf als Argument, dass man mit Steuergeld die Eurokrise lösen könne. Doch wie man jetzt sieht, greifen diese Instrumente nicht. Die EUzis sind in der Zwickmühle: Verhängen sie Sanktionen, dann heizen sie die Stimmung gegen sich auf. Verhängen sie keine Sanktionen, dann ist der Zahlmeister unglücklich. Egal wie es am Ende ausgeht: Die Eurokrise ist nicht gelöst und die versprochenen Instrumente helfen nicht. Es gibt Leute, die haben das schon vor Jahren gesagt. Es waren Professoren, deren Partei von Dumpfbacken unterlaufen wurde.

Lesetipp zum Thema: Focus – Die Schuldenkontrolle ist außer Kontrolle


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Die EZB hat noch ein Hintertürchen

Es ist naiv zu glauben, die Rettung Griechenlands würde auf nächtlichen Gipfeln durch demokratische Gremien verhandelt. In Wahrheit sitzt nur eine Institution am Hebel: Die EZB. Sie alleine entscheidet was passiert und der Steuerzahler hat dann die Konsequenzen zu tragen.

Im Zuge der Krisen haben die Notenbanker immer mehr politische Aufgaben übernommen. Dies ist insofern praktisch, weil die EZB „unabhängig“ ist und sich nicht mit zeitraubender Demokratie aufhalten muss.  Jede nationale Zentralbank hat zwar ein Stimmrecht in der EZB, aber dieses Stimmrecht wird inzwischen nach dem Prinzip “Reise nach Jerusalem” vergeben. Deutschland könnte im EZB-Rat durch z.B. Malta und Zypern überstimmt werden. Aktuell hat die EZB eigenmächtig etwa 66 Prozent der griechischen Wirtschaftsleistung an giechische Banken geliehen. Als Sicherheit hierfür hat sie griechische Staatsanleihen herein genommen.

Die sog. ELA-Kredite sind eigentlich als vorübergehende Unterstützung von im Grunde gesunden Banken gedacht. Inzwischen ist es die einzige Refinanzierungsmöglichkeit für griechische Banken. Eine Vergabe oder auch eine Verlängerung der ELAs kann der EZB-Rat mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit beschließen. Fordert die EZB die Hilfen zurück oder stockt sie nicht mehr auf, dann sehen wir über Nacht den Zusammenbruch des griechischen Finanzsystems. Nicht Merkel oder Juncker entsheiden; die EZB kann diesen Schritt „unabhängig“ gehen. Eine Institution, die keine direkte demokratische Legitimation hat, kann den Stecker ziehen.

Die Voraussetzungen für die Gewährung der ELA-Hilfen sind zwar schwammig aber eines zeigt sich: Sobald die EZB selbst durch die herein genommenen Sicherheiten einen Ausfall erleidet, ist die Grundlage für die ELA-Hilfen futsch. Am 20. Juli muss Athen Anleihen tilgen, die im Besitz der EZB sind. Spätestens dann platzen die ELAs, und es öffnet sich ein Hintertürchen: Das bisher nie genutzte OMT-Programm („Outright Monetary Transactions“) aus dem Sommer 2012. Mit diesem Programm wird die EZB unbegrenzt Staatsanleihen einzelner Euroländer kaufen, um den Euro zu retten. Voraussetzung hierfür ist, dass das betroffene Land „unter“ den Rettungsschirm ESM schlüpft. Der EuGH gab Mitte Juni 2015 grünes Licht für das OMT-Programm.

Wenn die EZB die Griechen unter den ESM gezwungen hat, dann ist es vorbei mit der Demokratie. Wie der ESM arbeitet und was daran so skandalös ist, wissen viele Leser dieses Blogs. Der ESM tritt an den Märkten inzwischen als gern gesehener Emittent seiner eigenen Anleihen auf, denn er bündelt die Bonität aller Mitgliedsländer. Um Griechenland zu retten wird der ESM wahrscheinlich Geld am Kapitalmarkt aufnehmen und es gegen harte Reformen nach Athen schicken. Für diese Eurobonds haften wir dann, weil wir ESM-Mitgliedsland sind. Der Bundestag muss diesem Vorgang nicht mehr zustimmen, denn er hat den ESM im Jahr 2012 als Ganzes durchgewunken.


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liebe Grüße, eure Jenny

Linkspartei verteidigt die kapitalistische Wirtschaftsordnung

Verkehrte Welt? Ganz und gar nicht. Letzte Woche ist im Deutschen Bundestag viel passiert, aber keine Angst ich schreibe nicht über Wolf Biermann. Viel interessanter war die Sitzung am Donnerstag, wo über Änderungen des ESM sowie über die Bankenunion abgestimmt wurde.

Auf der Tagesordnung stand unter anderem das „Gesetz zur Änderung des ESM-Finanzierungsgesetzes„. Der ESM wurde uns damals als alternativloses Instrument zur Rettung von Staaten verkauft. Inzwischen werden durch den ESM auch Banken gerettet, was man damals noch absolut ausschloss. Über den Bankenrettungsfonds werden künftig auch solche Banken (und deren Sparer) zur Haftung gezogen, die im großen Casino nicht mitspielen. Das Haftungsvolumen des deutschen Steuerzahlers und Sparers steigt hierdurch um weitere 15 Milliarden Euro.

Es war Aufgabe der Linkspartei in der Debatte am Donnerstagmorgen, die kapitalistische Wirtschaftsordnung zu verteidigen. Die im Gesetz beschriebene Haftungskaskade, dass der Steuerzahler erst als Letztes herangezogen wird, entlarvte Sahra Wagenknecht als Schön-Wetter-Regel, denn im Gesetz selbst kann davon abgewichen werden, wenn „Not am Manne“ ist und man erneut in den Abgrund schaut, schreibt Frank Schäffler im EF-Magazin.

Ebenfalls interessant ist auch, dass sich Angela Merkel indirekt als schlechte Europäerin geoutet hat. Was alle ahnten, ist jetzt eine Gewissheit. Am 25. März 2010 sagte sie: „Deshalb sage ich: Ein guter Europäer ist nicht unbedingt der, der schnell hilft. Ein guter Europäer ist der, der die Europäischen Verträge und das jeweilige nationale Recht achtet und so hilft, dass die Stabilität der Euro-Zone keinen Schaden nimmt.“ Nun werden wieder Verträge gebrochen, Zusagen verändert und der Wähler mit Propaganda gefügig gemacht sowie die Haftsumme um 15 Milliarden Euro erhöht. Ich finde Merkel hat recht: Sie ist eine schlechte Europäerin. In einem freien Land mit freien Märkten müssten Banken auch pleite gehen können. Komisch, dass dies (so ähnlich) nur die Linke fordert.

Quelle: 2-3 Sätze sind 1 zu 1 von Frank Schäffler´s Artikel rauskopiert


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liebe Grüße, eure Jenny

99,64% der europäischen Banken fallen nicht durch den Stresstest der EZB

 Insgesamt 25 Banken sind durch den Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) gefallen. Das sind gerade mal ca. 0,36% aller europäischen Banken. Weil die EZB mit Daten zum Stichtag 31.12.2013 geprüft hat, haben scheinbar bereits 12 der 25 durchgefallenen ihre Probleme gelöst. Der Stresstest ist nichts weiter als ein mediales Ereignis.

Die Zentralbank übernimmt ab dem 4. November die zentrale Aufsicht über die 120 führenden Banken innerhalb der Eurozone. Die anderen ca. 6.880 europäischen Banken werden weiterhin national beaufsichtigt. Der Test sollte das Vertrauen der Märkte und der Bürger in die Geldhäuser stärken und zudem für mehr Transparenz und Stabilität sorgen. Herzlichen Glückwunsch! Wir wissen jetzt, dass 120 von insgesamt ca. 7.000 Banken geprüft wurden. Was soll das aussagen? Über 90% der Deutschen sind Kunde einer Volksbank oder Sparkasse. Diese Banken wurden nicht geprüft. Die 120 getesteten Banken bekamen am vergangenen Donnerstag die Ergebnisse mitgeteilt und hatten in mehreren Korrekturschleifen die Möglichkeit, Daten anzupassen.

Schon im Juni 2013 haben sich die Finanzminister der Eurostaaten darauf geeinigt, dass man die Mittel des ESM auch für Bankenrettungen verwenden wird (Quelle: Handelsblatt). Dies solle aber nur für systemrelevante Großbanken, also auch die 120 getesteten Banken, gelten. Der Steuerzahler kann also davon ausgehen, dass er für die 25 Pleitebanken bezahlen muss, obwohl unsere Regierung in 2008/09 hoch und heilig versprochen hat, dass es künftig keine Bankenrettungen auf Steuerzahlerkosten geben darf. Die EZB beginnt am 04.11.2014 mit der Aufsicht über systemrelevante Großbanken. Banker beaufsichtigen künftig Banker. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Ein bisschen Bank-BWL kann ich mir bei diesem Thema natürlich nicht verkneifen. Der Stresstest hat vor allem das sogenannte Kernkapital der Banken untersucht und wie es sich in diversen Szenarien verhalten würde. Dabei geht es nicht um das Kapital ansich sondern um die Relation zur gewichteten Risikoaktiva. Auf deutsch: Hat eine Bank 100 Euro verliehen und 5 Euro Kernkapital, dann beträgt die Kernkapitalquote 5%. Um diese Quote zu erhöhen kann man zwei Dinge tun: Entweder weniger Kredite vergeben oder mehr Eigenkapital bilden. Die EZB forderte 5,5% Kernkapital für ein Krisenszenario.

Das Perfide am Kernkapital ist, dass nicht alle Kredite gleich gewichtet werden müssen. Vergibt eine Bank Kredite an Unternehmen und Privatpersonen, dann benötigt sie mehr Kernkapital. Kredite an Staaten mit AAA bis AA- Rating müssen hingegen garnicht mit Eigenkapital unterlegt werden. Um nun eine höhere Kernkapitalquote zu bekommen müssen die Banken einfach weniger in Privatmenschen und Unternehmen investieren und dafür ihre Kreditschöpfung eher an den Staat richten. Aus diesem Grund „müssen“ Banken in völlig unrentable Staatsanleihen investieren. Hierdurch werden die Zinsen gedrückt und die Haushalte entlastet, damit sich Politiker damit profilieren können. Würde man die Kernkapitalquote mit echten Zahlen errechnen, also mit allen Krediten (egal an wen), dann kommt man auf Quoten zwischen 1% und 2%.


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liebe Grüße, eure Jenny

 

Eurobonds laufen prächtig

Inzwischen haben sich die von EFSF und ESM ausgegebenen Eurobonds perfekt am Markt etabliert. Aktuell machen diese Anleihen bereits 20% des €-Anleihenmarktes aus. Der ESM ist eine Art „Schattenzentralbank“ geworden.

Trotz des reißenden Absatzes wirbt der ESM noch immer für seine Eurobonds, denn er hat noch reichlich Luft für weitere Emissionen. Knapp 47% des Anleihenvolumens wird durch Deutschland garantiert. Die Geldgeber sind international. Zirka 20% des Kapitals kommt aus Asien, 15% aus UK und der Schweiz und der Rest aus Europa. Die restliche Welt (auch die USA) hat mit ca. 6% nur wenig Interesse. 40% der Eurobonds werden von Banken gekauft. Dies liegt daran, dass sie laut Basel2 hierfür kein Eigenkapital benötigen. Knapp 1 Drittel des ESM-Kapitals wurde von Zentralbanken gezeichnet, was natürlich die Kurse getrieben und die Renditen gedrückt hat. 22% der Anleihen finden sich in Investmentfonds. Es gibt  inzwischen kaum ein Rentenfonds, der keine Anleihen von EFSF oder ESM im Bestand hat.

Die ESM-Eurobonds sind inzwischen in allen wichtigen „government bond indices“ aufgenommen und finden hiermit natürlich auch den Weg in Indexfonds (ETF´s) sowie wichtige Benchmarks. Die letzte größere Geldaufnahme fand im Oktober 2013 statt: Der ESM wollte 7 Mrd€ einsammeln, bekam aber 21Mrd€ angeboten. Über 9 Mrd€ hiervon kam von Zentralbanken. Der ESM stützt lokale Staatsanleihen sowie Banken in der Eurozone sowie Ländern, die für die Eurozone wichtig sind. Deutschland hat bereits knapp 22 Mrd€ in den „Schirm“ einbezahlt. Kann sich der ESM nicht mehr am Markt refinanzieren, dann kann er von Deutschland bis zu 190 Mrd€ verlangen, wobei diese Grenze relativ einfach erhöht werden kann.

Der sog. „Rettungsschirm“ ESM ist inzwischen aus den Medien verschwunden. Er hat seine Arbeit aufgenommen und wurde zu einem Big-Player am Kapitalmarkt. Zusammen mit Banken, Zentralbanken und Großinvestoren spielt er eine sehr große Rolle auf den Geld- und Anleihemärkten. Die von ihm ausgegebenen Eurobonds (= Anleihen, für die alle Mitgliedsstaaten haften) finden reisenden Absatz in vorher ungeahnten Höhen. Banken können sich wegen der Freigabe der EBA (European Banking Authority) fast unbegrenzt eindecken, weil sie Kredite an den ESM nicht mit Eigenkapital unterlegen müssen. Die Europäer haben mit Hilfe unglaublicher Propaganda diesen ESM und auch den EFSF gewollt. Es soll jetzt bitte keiner behaupten, dass er da nicht mehr durchblickt. „Das Monster, das ich rief…“

Quelle aller Daten: ESM Investor Presentation Sep-2014


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liebe Grüße, eure Jenny

Systemzusammenbruch: Warum dauert das eigentlich so abartig lange?

Eigentlich hätte der Systemzusammenbruch aus logischen Gründen schon längst stattgefunden haben. Aber warum bleibt er aus? Was stützt die völlig ab absurdum laufende virtuelle Finanzwelt?

[Vorsicht langes Posting: Hol dir lieber noch nen Kaffee, geh noch mal auf die Toilette und lese es dann gemütlich]

Carl Friedrich v. Weizsäcker beschreibt die Deutschen in seinem Buch „Der bedrohte Friede” wie folgt:  “Der Deutsche ist: absolut obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, typische Befehlsempfänger, ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage! Der typische Deutsche verteidigt sich erst dann, wenn er nichts mehr hat, was sich zu verteidigen lohnt. Wenn er aber aus seinem Schlaf erwacht, dann schlägt er in blindem Zorn alles kurz und klein – auch das, was ihm noch helfen könnte.” Mit dieser Menschenkenntnis beschreibt der Autor was auch ich schon mal schrieb: „Die Deutschen gehen erst dann auf die Straße, wenn sie Hunger haben oder frieren; so wie Tiere“. Wichtiger Hinweis zum Weizsäcker-Zitat.

Die ausufernde Verdummung der Masse, die Denkverweigerung der Mittelschicht und die bedingunglose Systemtreue des Gutbürgertums als Grund für den ausbleibenden Zusammenbruch zu sehen, ist mir nicht ganzheitlich genug. Ich sehe die Ursache viel früher in der Wirkungskette. Es gibt nur wenige wirklich Schuldigen; vielmehr ist es das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Salpeter, Holzkohle und Schwefel sind alle nicht explosiv, aber zusammen sind sie Schwarzpulver. Deshalb kann man die Verantwortung der aktuellen Verwerfungen nicht auf eine Zielgruppe richten. Das System besteht aus Parteien, Wählern, Banken, Notenbanken, Medienkartellen und Karrierejournalisten. Die letztgenannten sind besonders effektive Multiplikatoren für Lügen, Hass und Propaganda.

Nach meinem Rechtsverständnis hat das Kartell aus CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne am 29.06.2012, durch die Zustimmung zur bedingungslosen Bankenrettung über den ESM, die freiheitliche demokratische Grundordnung abgeschafft. Dieser ESM verstößt gegen mein Verständnis von Demokratie. Nach Art. 21 GG hätte man gegen die genannten Parteien ein Verbotsverfahren einleiten können? Warum ist das nicht geschehen? Im Gegenteil: Bei der Bundestagswahl 2013 haben die unter Androhung von Zwangsmaßnahmen finanzierten Staatsmedien genau diese Parteien propagiert und dem Stimmvieh schmackhaft gemacht. Mit Erfolg: CDU, CSU und SPD haben über 80% der Stimmen und können nun tun und lassen was sie wollen.

Man sagt uns täglich, dass „wir“ sparen müssen, zu viele Staatsschulden haben und dass wir mehr Wachstum brauchen. Dieses Dogma hämmert man uns Tag für Tag ein und konservative Neugruppierungen beten es ungeprüft nach. Schulden entstehen immer dann, wenn sich 2 Seiten auf einen Kreditvertrag einigen: Das heißt eine Seite legt das Geld an und die andere Seite leiht sich das Geld. Dieser einfachen Logik nach, die viele nicht verstehen wollen, ist jeder einzelne Euro an Staatsschulden, auch das Guthaben von jemandem. Es gibt nicht nur eine Schuldenspirale sondern auch eine Guthabenspirale, denn Schulden = Guthaben. Die Gläubiger (Kreditgeber) der BRD sind größtenteils wir selbst. Oft vertreten durch Banken, Fonds, Versicherungen oder Pensionskassen, sind wir die Bürgerinnen und Bürger die Kreditgeber für den Staat. Wenn wir den Staat entschulden wollen, dann müssen wir ihm die Schulden erlassen; so einfach ist das.

Der drittgrößte Ausgabenposten im Bundeshaushalt sind die Zinsen für die gerade angesprochen Schulden/Guthaben. Hierfür verlangt der Staat von uns Steuern. Oft natürlich unter einem Vorwand wie Kita-Plätze oder marode Straßen, wofür er aber nur einen Bruchteil ausgibt. Die Steuerzahler bezahlen ihre eigenen Zinsen. Wie dämlich ist das denn? Wenn es dieses System nicht gäbe und es jemand installieren wollen würde, dann wäre der aggressive verdummte Pöbel sofort auf der Straße. Nun ist der drittgrößte Ausgabenposten des Staates der Zins. Was passiert wohl, wenn dieser Zins steigt? Was passiert mit diesem Ausgabenposten? Er steigt! Wegen der „Schuldenbremse“ (= Guthabenbremse!) muss es dann zu Kürzungen in anderen Bereichen kommen. Nochmal: Der drittgrößte Ausgabenposten des Bundes ist nicht demokratisch legitimiert. Er kann sich jederzeit durch einen willkürlichen Zentralbankbeschluss erhöhen.

Wie lange geht das noch gut? Eigentlich müsste dieses System schon längst zusammengebrochen sein, diese Parteien verboten und die Hetzer in den Medien verhaftet sein. Aber so einfach ist das nicht. Das System nährt sich selbst. Die meisten von uns sind abhängig davon. Gäbe es am Montag keine Banken mehr, dann wäre ich arbeitslos. Was dann? Niemand möchte an dem Ast sägen, auf dem er sitzt. Deshalb ist der Zusammenbruch bisher ausgeblieben und deshalb dulden die Menschen, was um sie herum geschieht. Von den Medien werden sie dabei geschickt mit unbedeutenden Randthemen abgelenkt (z.B. Zuwanderungsdebatte). Das Volk wird bei Laune gehalten und es wird stets dafür gesorgt, dass für die meisten genug Bier & Brot vorhanden ist.

Vergangene Herrscher haben Wahlen manipuliert. Die aktuellen Herrscher haben sich in dieser Hinsicht weiterentwickelt. Statt die Wahlen zu manipulieren, manipulieren sie viel lieber die Wähler. Am 25.05.2014 ist Europawahl. Dabei soll das aufkeimende €-Großreich vom Volk legitimiert werden. Je größer das Reich, desto heftiger und auch später der künftige Zusammenbruch.


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liebe Grüße, eure Jenny

Warum wir alle Nichtwähler sind

Wahl_2013Es ist Wahl. Von Bürgerpflicht und demokratischer Teilhabe ist die Rede. Teilhabe am Arsch! Genau genommen sind wir alle Nichtwähler, denn diejenigen, die regieren, stehen auf keinen Wahlzetteln. Erst gestern hat die US-Notenbank FED entschieden, dass unser Geld noch mehr an Wert verlieren soll. Egal ob EZB, ESM, IWF oder BIZ: Die meisten können mit diesen Kürzeln nichts anfangen. Diese Institutionen entscheiden über unser Geld und sind nicht vom Bürger gewählt.

Preisfrage: Was bringt mir ein Mindestlohn von 8,50 Euro, wenn ich mir davon nicht mal mehr eine Scheibe Brot kaufen kann? Nicht der nominale Betrag von Geld ist entscheidend, sondern seine Kaufkraft. Mit Preisen von „vor 30 Jahren“ wäre ein Stundenlohn in Höhe von 8,50 Euro fast schon Luxus. Nehmen wir an, jemand verdient den 8,50€ Mindestlohn und geht aufs Oktoberfest. Mit dem Lohn (netto!?) einer Stunde Arbeit könnte er nur 86% einer Maß bezahlen. Im Jahr 2008 hätte er noch die ganze Maß bezahlen können. Im Jahr 1989 hätte er zwei Maß trinken können. Im Jahr 1960 läge unser Mindestlohner nach 9 Maß mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Das ist der Verfall unseres Geldes. Wir müssen immer mehr Arbeiten für die gleiche Menge an Waren. Man nennt dies auch Inflation und sie entsteht durch eine durch nichts gedeckte Papiergeldmenge, die sich stärker ausweitet wie das BIP. Geldentwertung ist kein Akt Gottes, sondern Politik. Es ist egal wie viel Geld man hat; wichtiger ist der Wert, also was man davon kaufen kann.

Wie das „Oktoberfest-Beispiel“ zeigt, spielt es für das tägliche Leben sehr wohl eine Bedeutung, wie hoch eine Inflation oder Deflation ist. Die Medien haben es geschafft, Geldpolitik zu einem scheinbar unwichtigen Randthema zu machen. Geldkritiker gelten als „Verschwörungstheoretiker“. Ist der Bierpreis des Oktoberfestes eine Verschwörungstheorie? Man hätte auch ein anderes Produkt nehmen können, aber bei Oktoberfestbier weiß man, dass Menge und Qualität über einen extrem langen Zeitraum immer gleich geblieben sind. In unseren Notenbankgremien sitzten wahrscheinlich Gesandte von GoldmanSachs (siehe ZDF, „neues aus der Anstalt“). Diese Menschen standen noch nie auf einem Wahlzettel. EZB und ESM sind Institutionen, die ermächtigt sind Politik zu machen. Sie wurden noch nie vom Wähler legitimiert. EZB, ESM und IWF können politische Reformen erzwingen und ganze Regierungen an die Kreditleine nehmen. Über unsere Scheinthemen lachen sich die oberen Herren in den genannten Organisationen wahrscheinlich einfach nur schlapp.

Notenbanker sind nicht die Feuerwehrmänner, für die sie gehalten werden. Notenbanker sind eher die Brandstifter. Jede Krise wurde von einer zu langen Zinstiefphase eingeleitet. Die Finanzkrise in 2008 wurde nicht von Lehman ausgelöst, sondern vom US-Immobilienmarkt. Dieser war aufgrund viel zu niedriger Zinsen aufgebläht. Und in Europa war es ähnlich. Weil die Zinsen für die Südländer zu niedrig waren, haben sich diese überschuldet. Und jetzt sind die Zinsen noch niedriger und dies noch länger, als jemals zuvor. Wieder bilden sich Blasen und was dann? Was dann verdammt? Den Deutschen ist das egal, denn wir alle sind Nichtwähler. Wir diskutieren über Stinkefinger, Halsketten und Farbenspiele. Über wirklich wichtige Themen dürfen wir nicht abstimmen; höchstens mit den Füßen, aber dafür ist es noch zu früh.

Am Freitag um 23 Uhr spricht die unter Androhung von Zwangsmaßnahmen, wie z.B. Gehalts- und Kontenpfändung, finanzierte staatliche Scheinmitmachsendung ZDFlogin über dieses Thema. Die Redaktion scheint ein Schülerprojekt der CDU zu sein, aber immerhin hat mich das Thema der Sendung zu meinem heutigen Posting gebracht. Warum also übers Nichtwählen reden? Die Idee finde ich echt gut, denn wir alle sind Nichtwähler und es wäre doch wirklich toll, wenn wir am Sonntag eine Wahl hätten.


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