Schlagwort-Archive: Volkswirtschaft

Weizen so billig wie seit zehn Jahren nicht

Nicht nur Öl ist entgegen früherer Langfristprognosen extrem günstig geworden. Auch Weizen ist so billig, wie zuletzt im Jahr 2006.

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Der Preis für ein Scheffel (ca. 27kg) des Getreides fiel an der  Rohstoffbörse in Chicago zwischenzeitlich unter 4,00 US-Dollar und damit auf ein neues 10-Jahres-Tief. Liegt es daran, dass die Verbraucher nach Büchern wie „Dumm wie Brot“ oder „Die Weizenwampe“ eher auf Mais und Reis umsteigen? So einfach ist es nicht. Auch der Preis für Kaffee hat sich seit 2011 halbiert. Nur wenige Rohstoffe (auch nicht Soja, Zucker oder Baumwolle) sind teurer als „vor der Finanzkrise“.

Als ab 2008 die Notenbanken begonnen, die Märkte mit frischem Geld zu fluten, und Politiker Unsummen in die Hand nahmen um Banken und Wirtschaft zu retten, gingen viele Ökonomen („AfD-Professoren“) davon aus, dass dies in einer sehr hohen Inflation enden würde. Bisher sehen wir bei den Verbraucherpreisen eher eine Deflation, denn die Inflation wütet sehr konzentriert in nur wenigen Assetklassen, wie beispielsweise Anleihen. Was passiert, wenn die Mutter aller Blasen platzt? Diese Frage versucht Dirk Müller im Handelsblatt zu beantworten.

Exkurs: Die Lüge von der Mini-Inflation


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Thilo Sarrazin muss womöglich sein VWL-Diplom zurückgeben

Als die Euro-Krise im Frühjahr 2010 eskalierte, warnte der deutsche VWL-Professor Joachim Starbatty vor wachsenden Inflationsraten auf über 5 Prozent. Hans-Olaf Henkel, damals stellvertretender Sprecher der AfD, prognostizierte im Mai 2011: „Eine steigende Inflation steht vor der Haustür.“  Der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagte „mittelfristig drei bis vier Prozent“ voraus.

Zu dieser Zeit war es auch, als der Buchautor Thilo Sarrazin in Aussicht stellte, sein VWL-Diplom „zurückgeben und alles neu lernen zu wollen“, wenn die Inflation in den nächsten zehn Jahren nicht massiv steigt. Nun hat Sarrazin also noch etwas mehr als 3 Jahre Zeit, bevor er womöglich nochmal die Schulbank drücken muss….

Die offizielle Inflation in Deutschland wurde neulich mit 0,4 Prozent gemeldet.

Wahrscheinlich bekommen wir auch keine höhere Inflation, weil wir uns in deflationären Zeiten, ähnlich wie in der Weimarer Republik oder in Japan, befinden. Hierzu ein andermal mehr.


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Makroökonomie: 10 unglaubliche Fakten

Heute gibts 10 Fakten über die Volkswirtschaften, die viele von euch sicher noch nicht kannten…

  1. Das höchste Wirtschaftswachstum hat die Elfenbeinküste. China kommt erst nach z.B. Uzbekistan oder den  Philippinen.
  2. Die höchsten Zinsen gibts mit 30,25% in Argentinien. Den niedrigsten Leitzins hat mit -0,75% die Schweiz.
  3. Die stärkste Deflation wütet mit 4% in Somalia. Im Südsudan herrscht eine Inflation mit 309,60%.
  4. Die wenigsten Arbeitslosen (0,2%) hat Qatar.
  5. In Monaco gibt es offiziell überhaupt keine Arbeitslosen.
  6. Estland, Kosovo und Russland sind die drei europäischen Länder mit der geringsten Schuldenquote (zum BIP).
  7. Luxembourg hat doppelt so viele Einwohner wie Island.
  8. Die Niederlande hat eine geringere Schuldenquote (zum BIP) als Deutschland.
  9. Das kleinste Bruttoinlandsprodukt hat mit 191 Mio. US$ São Tomé und Príncipe, ein Inselstaat im Golf von Guinea.
  10. In Kanada wohnen weniger Menschen als in Polen.

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Nach QE kommt Helikoptergeld

Als letztes Instrument der EZB wird gerne die Einheit „Negativzins und Bargeldverbot“ genannt. Doch inzwischen kommt ein weiterer Begriff auf: Das Helikoptergeld.

Die klassischen Instrumente der EZB versorgen Staaten und die Wirtschaft mit billigem Geld, damit eine stabile Inflation entsteht. Doch es funktioniert nicht, denn Innovation und Fortschaft kann man sich nicht einfach kaufen. Hinzu kommt, dass die Zentralbank ihr verliehenes Geld irgendwann wieder zurück will. Nicht so beim Helikoptergeld: Hier vergibt die EZB Geld und will es nie wieder zurück. Besonders aussichtsreich könnte Helikoptergeld beim Einsatz mit Verbrauchern sein. Das hieße die EZB überweist jedem Menschen Geld und will es nicht mehr zurück.

Die Idee dahinter ist einfach: Helikoptergeld an Verbraucher erhöht schlagartig das Volkseinkommen. Weil viele Verbraucher nicht zur Vermögensbildung neigen, stärkt die Maßnahme die Kaufkraft. Die Preise könnten entsprechend steigen; wir bekämen eine nachfragegesteuerte Inflation. Die Zentralbanken hatten schon mit der Einführung von Negativzinsen das zuvor Undenkbare gewagt. Nun müssen sie noch gewagtere Manöver durchführen, um die chronische Nachfrageschwäche auszugleichen. Wenn QE gescheitert ist, dann könnte das Heligeld kommen.

Selbstverständlich wird Helikoptergeld nicht funktionieren. Die Lösung struktureller Probleme würde weiter vernachlässigt werden. Auch gäbe es nur einen Einmaleffekt bei Auszahlung des Geldes – quasi eine zeitliche Verschleppung der Deflation. Doch der Ansatz die Kaufkraft der Menschen zu erhöhen, ist sehr zielführend. Aber bitte nicht aus der Druckerpresse, was zu einer unkontrollierbaren Geldentwertung führen kann. Der galantere Weg führt über die Fiskalpolitik. Wer einen sozial gerechten Aufschwung, unter Beteiligung aller Menschen in diesem Land möchte, der muss die Kaufkraft dieser Menschen erhöhen.

Die Verbraucher benötigen endlich mehr Geld in der Tasche. Soziale Wirtschaftspolitik wäre, die Einkommensteuer (Lohnsteuer) abzuschaffen und den Ausfall auf Unternehmen und große Vermögen umzuwälzen. Über 60% eines Einkommens geht an den überschuldeten Staat. Von einem 8 Stundentag arbeitet man über 5 Stunden für die Elite in Berlin und Brüssel. Da sind die Bauern in früheren Zeit schon für viel weniger mit Mistgabeln auf den Adel los gegangen. Helikoptergeld wäre nur eine weitere Verzweiflungstat für die Weiterführung der Umverteilungspolitik von fleißig zu reich. Helikoptergeld ist kein BGE.


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Die nächste Wirtschaftskrise wird pervers

Volkswirte reduzieren reihenweise ihre Wachstumsprognosen und die US-Zinswende ist in Gefahr. Es kündigt sich in großen Schritten eine neue Rezession an. Diesmal wird es nicht nur heftig, sondern auch ekalhaft.

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O-Ton Schäuble in der NYT: „Wir können eine politische Union nur durch eine Krise erreichen.“  Die seit 2008 noch immer andauernde Systemkrise führte bisher zu Prozessen, die die Menschen ihrer Freiheit beraubt und staatsähnliche Konstrukte mit ungeahnter Macht versorgt. Wir erleben einen Prozess hin zur Zentralisierung, Enteignung, Massenüberwachung und Volksverblödung. Die nächste Krise wird noch heftiger und weil der Wähler gerne seine Euronazis wählt, wird sie noch viel perversere Prozesse in Gang setzen.

Die neue Wirtschaftsflaute wird von den USA mit einem Timelag von 3-9 Monaten zu uns kommen. Die Medien hat es nicht interessiert, aber geneigte Leser wissen, dass die USA letzte Woche wiedermal fast pleite war. Am 11.12.2015 sind die USA dann wieder „quasi-pleite“, wie der Spiegel schreibt. In den USA ist Wahlkampf! Das heißt, die beiden Parteien werden sich gegenseitig wohl nicht viel gönnen. Der Streit könnte eskalieren und ähnlich wie in 2013, zu einem „Shutdown“ führen. Dieser schwarze Schwan könnte dem globalen Endgame zu endgültigem Schwung verhelfen.

Die Situation an den Finanzmärkten wird zunehmend unangenehmer. EM-Währungen sind völlig implodiert, Aktienkurse sind im Keller und die „risikolosen“ Zinsen sind schon ewig bei Null. Hinzu kommen geopolitische Risiken wie Flüchtlinge, Krieg und Politiker, die zu dumm zur gepflegten Darmentleerung sind. Die vergangenen Jahre waren ein letztes Zucken von Seiten der Zentralbanken, um das derzeitige System zu erhalten. Bei der nächsten Wirtschaftsflaute ist das Pulver verschossen! Dann geht nichts mehr. Der Zins kann nicht weiter gesenkt werden. Was dann kommt sind viele bunte Geldscheine mit großen Zahlen drauf.

Wenn die nächste Krise kommt, dann kommt sie pervers. Die Regierungen sind so hoch verschuldet, dass sie handlungsunfähig sind. Auch die Zentralbanken können nichts mehr tun. Was dann folgt ist die Politik in ihrer hässlichsten und brutalsten Form: Enteignungen durch neue Steuern und Abgaben auf Vermögen, damit sich das Pack noch einige Zeit über Wasser halten kann. Hierbei trifft es natürlich wieder Leistungsträger und kommende Generationen. Die nächste Wirtschaftskrise wird heftig, denn es gibt keine Instrumente, um gegen zu steuern. Die Konjunkturzyklen sind da – die Wirtschaft kennt Aufs und Abs und das nächste Ab könnte bald kommen.

Krisen laufen immer anders ab. Einen Vergleich zu 1929 oder 2008 lohnt sich nicht. Ob es blutig, heftig oder pervers wird, müssen die Bürgerinnen und Bürger, die betroffen sind, entscheiden. Unser Schuldgeldsystem hat definitiv ein Ablaufdatum. Das Problem dabei ist, dass wir es nicht kennen. Ich persönlich rechne nur mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit für ein kurzfristiges Eskalationsszenario. Bevor das System zusammenbricht, werden wir noch nette Dinge wie Bargeldverbot, Enteignung und den zentralisierten Polizeistaat erleben. Wichtig dabei ist, dass man nicht zu 100% vom Zusammenbruch ausgeht. Es ist lohnender das System noch so lange zu nutzen, wie es noch läuft.

Lesetipp: Der Crash kommt nicht


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liebe Grüße, eure Jenny

So zerstört der Niedrigzins unsere Regionalbanken und damit den Mittelstand

In der Geschichte gab es noch nie über einen so langen Zeitraum so ultraniedrige Zinsen. Deshalb kann auch niemand sagen, wie das Experiment ausgeht. Ein Stolperstein für die Wirtschaft könnten dabei Banken sein.

Die kleinen und mittelgrossen Banken Deutschlands hat eigentlich fast niemand auf dem Schirm – immer spricht man nur von den großen Privatbanken. Doch die Volksbanken und Sparkassen sind nunmal die Finanziers der breiten Wirtschaft, vom „kleinen Mann“ bis zum regionalen Großunternehmen.  Eine Untersuchung von Bundesbank und BaFin ergab, dass diese Banken besonders unter dem anhaltenden Niedrigzinsniveau leiden werden. Es berichten das Handelsblatt, die NNZ, die Welt, SpiegelOnline, N-TV, der Tagesspiegel, Reuters und viele andere.

Die meisten Journalisten schlussfolgern daraus, dass dann „die Bankgebühren steigen“. Ich glaube eher, dass höhere Gebühren unser kleinstes Problem mit den Banken werden! Bundesbank und BaFin hatten 1500 Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken unter die Lupe genommen. Sie verwalten bzw. verleihen jeden vierten Euro, den es in der BRD gibt. Die Untersuchung der Aufseher sagt für diese Banken bis 2019 fallende Gewinne voraus. Dies träfe sogar noch bei einem moderaten Zinsanstieg zu. Allerdings würden diese Institute die Gewinrückgänge durch Reserven und eine dicke Kapitaldecke abfedern können, sodass kein Grund zur Sorge besteht.

Grund zur Sorge besteht zwar nicht für die Existenz der Institute, denn diese verlieren kein Geld; sie verdienen nur weniger. Was heißt das nun, wenn die örtliche Volksbank nur noch 20 Millionen Euro und nicht mehr 70 Millionen Euro verdient? Das heißt ganz einfach, dass der Teil des Gewinns, der dem Eigenkapital zugeführt wird, kleiner wird. Das Eigenkapital der Banken wird also wesentlich langsamer wachsen. Dies hat zur Folge, dass diese Banken ihre Aktiva nicht so schnell ausweiten können, wie sie wollen. Oder einfacher gesagt: Die Banken können ihre Ausleihungen an die Wirtschaft nicht erhöhen – es droht eine Kreditklemme.

Diese 1.500 Banken werden nun durch Kosteneinsparungen und die Erschließung neuer „zinsunabhängiger“ Ertragsquellen versuchen, dem Effekt gegenzuwirken. Kunden werden sich an die „Handy-Bank“ gewöhnen müssen. Wollen die Institute ihr bisheriges Kreditwachstum von ca. 2% bis 3% pro Jahr beibehalten, dann sollten sie auch Jahr für Jahr ihr Eigenkapital um 2% bis 3% stärken. Gelingt das nicht, dann können weniger Kredite vergeben werden. Und genau hier sehe ich die Gefahr für die Wirtschaft. Es ist ein Paradoxon: Das Geld ist billig und weil es billig ist, kann es nicht in die Wirtschaft.

Fachlicher Hintergrund: Deshalb sinken bei einem anhaltenden Niedrigzins die Gewinne der kleineren Banken. (Darüber habe ich schon im November 2013 geschrieben!)


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Flüchtlinge sind gut fürs BIP

Das Essener Wirtschaftsforschungsinstitut RWI hat errechnet, dass Flüchtlinge unterm Strich gut für die Wirtschaft seien. Die Großbank Unicredit veröffentlichte eine Schätzung, nachder das deutsche BIP bis 2020 um zusätzlich 1,7 Prozent steigen könnte, wenn die prophezeiten Flüchtlinge kommen.

Das BIP wird ziemlich stupide berechnet: Es ist die Summe aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres innerhalb einer Volkswirtschaft umgesetzt werden. Steigt das BIP stärker als die Staatsschuld, dann spricht die Propaganda stets von „Schuldenabbau“, weil die Relation zum BIP gefallen ist. Dieses BIP ist also ziemlich wichtig: Steigt es, dann können sich Politiker verschulden; sinkt es dann müssen Politiker sparen. Weil Städte, Gemeinden, Länder und Bund für jeden einzigen Flüchtling Ausgaben haben, werden diese Beträge selbstverständlich auch das BIP erhöhen. Jeder Mensch muss essen, trinken und hat Bedürfnisse. Sind schlagartig mehr Menschen da, dann steigt die Wirtschaftskraft.

Das BIP steigt aus Gründen der Logik nur kurzfristig,  wenn der Nachfrageimpuls aus staatlichen Leistungen kommt, denn der Staat wird diese Mittel wahrscheinlich woanders einsparen, was wiederum zu einer Nachfrageschwächung in einem anderen Bereich führt. Damit die zusätzlichen Menschen tatsächlich das BIP erhöhen, gibt es drei Szenarien: 1. Sie bringen finanzielle Mittel aus ihrer Heimat mit. 2. Der Staat nimmt für die Leistungen neue Schulden auf. 3. Flüchtlinge dürfen arbeiten. Der scharmanteste Weg ist, Flüchtlinge schnell und unkompliziert mit Arbeitserlaubnissen auszustatten, damit sie zur Wertschöpfung beitragen können und sich dann auch teilweise selbst finanzieren. Somit entstünde tatsächlich ein Mehrwert für die Volkswirtschaft. Arbeit gibt es genug.


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