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Rentenpolitik: Zurück zu Bismarck?

„Setzt das Rentenalter auf 99 hoch und ersetzt die Altesrente durch eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Jeder arbeitet dann so lang wie er kann.“ Diese Idee hatte ich getwittert und es kam ein relativ großes Echo. Die Idee ist nicht von mir, sondern von Otto von Bismarck.

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Bismarck gilt als Erfinder der heutigen gesetzlichen Rentenversicherung. Doch das ist er nicht. Das heutige umlagefinanzierte System existiert erst seit 1957. Die unter Reichskanzler Bismarck im Jahr 1891 eingeführte erste Rentenversicherung war eine kapitalgedeckte Rente. Sie leistete bei Alter, Invalidität und beinhaltete eine Hinterbliebenenrente. Wegen des ersten Weltkriegs stiegen die Ausgaben so sehr, dass das System kollabierte. Die Hyperinflation der Weimarer Republik gab der Bismarck-Rente den Dolchstoß.

Die Finanzierung der Bismarck-Rente war höchst interessant. Die Beiträge wurden zu je einem Drittel von Arbeitnehmer, Arbeitgeber und dem Staat bezahlt. Das Rentenalter lag bei 70 Jahren – und das bei der damals geringeren Lebenserwartung. Das System wurde 1891 eingeführt, nur 27 Jahre später war der erste Weltkrieg beendet. Alle ab 1948 geborenen waren über 70. Das junge System konnte diesem Andrang an Leistungsempfängern nicht standhalten, weil der Anteil an Steuerfinanzierung aus dem Reichshaushalt kriegsbedingt immer höher wurde. Ab 1938 flossen die restlichen Summen der Rentenkasse in Kriegsvorbereitungen für den nächsten Krieg.

Weil das damalige System nie die notwendige Kapitaldecke aufbauen konnte, war die Rentenversicherung quasi schon damals umlagefinanziert. Gescheitert war also nicht nur die Kapitaldeckung, sondern auch die Umlagefinanzierung. Bei Hyperinflation und Weltkrieg würde wahrscheinlich auch das heutige System zusammenbrechen. Doch heute kann man einen Kapitalstock auch global über mehrere Assetklassen und Währungen streuen, was damals noch nicht funktionierte.

Zurück zu Bismarck wäre vielleicht keine schlechte Idee. Das Rentenalter würde utopisch hochgesetzt und durch eine Erwerbsunfähigkeitsrente ersetzt. Dann arbeiten alle so lange, wie sie können. Wer früher gehen will, finanziert das selbst über einen Kapitalstock. Dieser darf natürlich nicht aus Staatsanleihen (damals: Kriegsanleihen) bestehen, sondern sollte global über viele verschiedene Anlageklassen diversifiziert sein. In der heutigen Zeit sind Hyperinflation und Weltkriege unwahrscheinlich. Ohne diese beiden Faktoren ist das alte System wahrscheinlich das bessere.

Der wichtigste Faktor für die Sicherheit der Rente ist ein größtmöglicher Schutz vor plündernden Politikern. Eine kapitalgedeckte Rente sollte vor dem Zugriff des Staates geschützt sein. Auch darf der Kapitalstock nicht zum Spielball von verrückten Notenbankern werden. Erst wenn diese beiden Personenkreise von einer echten Demokratie entmachtet sind, kann eine sozial gerechte Alterssicherung aufgebaut werden.

Zum weiter lesen: Das große Dossier zur Altersvorsorge – Von Riester bis zur Streuobstwiese


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Menschlichkeit & Hilfsbereitschaft in München: Wir brauchen den Muttistaat nicht!

Nach jeder Tragödie hört man links- und rechtsradikale Spinner, die nach einem starken Beschützerstaat rufen. Insbesondere München zeigt: Die Menschen beschützen sich selbst und sind als Gesellschaft hilfsbereit.

Nach einigen Vorfällen haben nun manche begriffen, dass sie in Gefahr sind und rufen nach mehr Staat. Der aktuellen Euzi-Regierung werfen sie Versagen vor, weil diese die Menschen angeblich nicht mehr schützen kann. Statt sich selbst zu schützen, mit Pfefferspray, legalen Waffen, Selbstverteidigung oder einem Teaser, sollen das natürlich andere machen. Man ruft nach einem starken Beschützerstaat. Was macht der Beschützer eines Hundes? Er sperrt ihn in einen Zwinger. Wie beschützen Eltern ein Baby? Mit Überwachungstechnologie („Babyphone„). Der Staat löst keine Probleme, sondern er ist das Problem. Wir brauchen nicht mehr Staat sondern mehr Mensch.

Staat – das ist die Organisation, die jedem von uns über die Hälfte des Einkommens abknöpft. Man kann sich nicht wehren, weshalb man hier den Straftatbestand „Raub“ unterstellen könnte. Politiker wollen uns beherrschen und bevormunden. Diesen Psychopathen eine Beschützerrolle zu geben, halte ich für einen großen Fehler. Eine freie und mündige Gesellschaft ist wehrfähig und hilfsbereit. Es ist Aufgabe des Staates in einer akuter Gefährdungslage einzugreifen, doch bei allem anderen soll er sich raus halten. Die Menschen werden lernen müssen, wie man sich und sein näheres Umfeld individuell verteidigen und beschützen kann.


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Das große Dossier zur Altersvorsorge: Von Riester bis zur Streuobstwiese

Wie schon oft hat die Politik wieder ein von ihr geschaffenes Problem zum Wahlkampfthema gemacht, um dem Wähler eine Lösung zu verkaufen. Diese Vorgehensweise halten viele für unethisch. Deshalb ist es wichtig, dass man sich unabhängig macht. In diesem Dossier findet man viele Möglichkeiten , wie man sich unabhängig von der Politik ein Vermögen aufbauen kann, damit man im Alter keine Pfandflaschen suchen muss.

  • geförderte Riesterrente

Der Staat fördert Riesterverträge mit einer Zulage und ggf. einem Steuervorteil. Das Guthaben wird zum Rentenbeginn verrentet. Wahlweise können 30% des Guthabens sofort ausbezahlt werden. Es sind maximale geförderte Einzahlungen i.H.v. 2.100€ pro Jahr möglich. “Riestern” kann man mit Bausparverträgen, Fondssparplänen und Rentenversicherungen. Für alle gilt: Einzahlungen und Zulagen müssen garantiert sein; hierfür darf es kein Verlustrisiko geben. Die sich ergebende Rente muss komplett besteuert werden; keine Ertragsbesteuerung. Durch diese nachgelagerte Besteuerung holt sich der Staat einen Großteil der Förderung wieder zurück. Die Vererbbarkeit ist eingeschränkt.

  •      ungefördertes Riester

Man riestert einfach ohne den Staat. Es gibt keine Zulagen und keinen Steuervorteil in der Sparphase. Kapitalgarantie trotz Nutzung der Chancen am Kapitalmarkt; volle Auszahlung zum Rentenbeginn möglich; 12/62er Regelung zur Versteuerung. Das heißt: Die Hälfte der Erträge werden zum persönlichen Steuersatz versteuert, sofern man über 62 Jahre alt ist und sofern der Vertrag mindestens 12 Jahre gelaufen ist. Keine nachgelagerte Besteuerung wie beim geförderten Riester.

  •      Basisrente (Rürup)

Die Einzahlungen können von der Steuer abgesetzt werden. Die Auszahlungen sind nur als Rente möglich und steuerpflichtig. Wie bei Riester muss die gesamte Rente versteuert werden. Durch diese nachgelagerte Besteuerung holt sich der Staat einen Großteil der Förderung wieder zurück. Die Rente muss dann zum dann als Rentner gültigen Steuersatz versteuert werden. Wie hoch dieser sein wird, wissen nur die Götter und die zukünftigen Politiker, die ihn festlegen. Vererbbarkeit ist eingeschränkt.

  •      Betriebliche Altersvorsorge

Man spart vom Brutto einen Betrag (sog. Entgeltumwandlung) in den Vertrag. Hierdurch ist das Bruttogehalt verringert und man bezahlt weniger Steuern und Abgaben. Bei einer Abgabenquote von 50% sähe dies so aus: 100€ gehen in den bAV-Vertrag; der Nettoaufwand beträgt 50€. Auch die Arbeitgeber haben einen Vorteil, denn sie sparen Lohnnebenkosten. Selbe Problematik der nachgelagerten Besteuerung wie bei Riester und Rürup. Durch die Entgeltumwandlung ist das Bruttogehalt verringert. Hierdurch bezahlt man weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein und verschlechtert damit seinen gesetzlichen Rentenanspruch; das selbe gilt auch für einen eventuellen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

  •      Private Rentenversicherung

Man bezahlt die Beiträge einmalig oder monatlich in den Vertrag. Zum frei wählbaren Rentenbeginn lässt man sich das Guthaben oder eine lebenslängliche Rente ausbezahlen. Die Verzinsung liegt nach Kosten bei knapp über Null. Von der Auszahlung wird nur der Ertragsanteil versteuert. Die Differenz zwischen Brutto und Netto ist somit wesentlich kleiner als bei den staatlichen geförderten Möglichkeiten. Es gibt für Versicherungsguthaben im Prinzip so gut wie keine Einlagensicherung.

  • selbstgenutzte Wohnimmobilie

Man kauf oder baut sich eine Immobilie und wohnt dann darin. Die Rendite stellt sich nicht prozentual sondern als Nutzwert dar. Die Rendite ist das Lebensgefühl. Als greifbare “Rente” kann man die Darlehensrate ansetzen, die man sich dann im höheren Alter erspart, sofern man den Kredit bis dort getilgt hat. Man hat Eigentum, Freiheit und spart sich die Miete. Hohe Kosten, Steuern und “Stress”; erhebliche Reinvestitionen zum Werterhalt notwendig. Immobilien sind keine schlechte Geldanlage, aber sie sind nicht die sicherste. Aktuell ist der Immobilienmarkt sehr aufgebläht.

  • vermietete Wohnimmobilie

Man kauft eine Immobilie und vermietet sie. Die Mieteinnahmen decken zum Teil die Aufwendungen zur Finanzierung. Es sind erhebliche Reinvestitionen zum Werterhalt notwendig. Diese werden nicht durch die Mietrendite gedeckt. Die Preise von Immobilien können und werden steigen oder fallen. Angesichts der aktuellen Preisblase kauft man sehr teuer. Je weniger Mieter man hat, desto höher ist das Ausfallrisiko, denn einzelne Mieter können krank oder arbeitslos werden. Die Kosten beim Kauf liegen bei knapp 10%.

  • Aktienfonds-Sparplan

Man beteiligt sich per Spardauerauftrag an einem Fonds. Es gibt verschiedene Investmentstile und Anlageformen aus denen man wählen kann. Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich vor allem global gestreute Aktienfonds. Aktien wären in der Vergangenheit immer die beste Altersvorsorge gewesen. Die meisten Aktienfonds haben in den letzten Jahrzehnten eine Durchschnittsrendite zwischen 5% und 9% erreicht.  Das Guthaben ist jederzeit verfügbar; der Sparer hat vollste Flexibilität. Wird der ursprünglich geplante Anlagehorizont nicht eingehalten und die Sparform für andere Ziele zweckentfremdet, dann bestehen erhebliche Verlustrisiken. Die Kosten sind meist geringer als bei Versicherungen, aber dennoch verlangen einige Anbieter sehr stolze Aufschläge.

  • Fondsgebundene Rentenversicherung

Hybrid aus der privaten Rentenversicherung und einem Fondssparplan. Man nutzt die Versicherungshülle als Depot. Zum frei wählbaren Rentenbeginn lässt man sich das Guthaben oder eine lebenslängliche Rente ausbezahlen. Von der Auszahlung wird nur der Ertragsanteil versteuert. Man hat die Chancen und Risiken der Fonds, die man in die Versicherung legt. Man benötigt keinen „Freistellungsauftrag für Kapitalerträge“. Tipp: Auch Rürup geht fondsgebunden.

  •    Sicht- und Spareinlagen

Man legt sein Geld klassisch auf ein Spar- oder Tagesgeldkonto und verfügt es dann im Alter. Das ist flexibel und einfach. Man ist in kompletter Abhängigkeit zur geldpolitischen Draghi-ödie und liefert sich deren Beschlüsse aus. Man hat im Alter zwar nominell das Kapital, das man gespart hat, wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Kaufkraftverlust erleiden.

  • Edelmetalle

Man kauft und hat sie. Krisensicher als Notwährung. Bei Veräußerung nach 12 monatiger Haltefrist keine Besteuerung der Gewinne. Gold ist i.d.R. von der Mehrwertsteuer befreit. Keine laufenden Erträge. Der Wert in Euro wird schwanken und kann zum Liquidationszeitpunkt auch unter dem Einstand liegen.  Insbesondere Gold ist seit tausenden Jahren wertstabil. Es gibt weitere Details zu beachten.

  • geschlossene Beteiligung

Man beteiligt sich als Gesellschafter an einer nach AIF geregelten Unternehmung. Diese kann aus Immobilien, Mobilien (Schiffe, Flugzeuge etc…), Infrastrukturprojekten oder PrivateEquity bestehen. Wie bei Aktien hat man einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung, allerdings ohne die lästige „Volatilität“ der Börsenkurse. Beteiligungen (umgangssprachlich: „geschlossene Fonds“) sind je nach Zielinvestment sehr illiquide und funktionieren nur mit höheren Einmalbeträgen.

  • Wald

Eine Investition in Wälder ist auch über eine geschlossene Beteiligung möglich, doch hievon raten viele Experten ab. Stattdessen sollte der Wald eher greifbar sein. Die Rendite definiert sich über die Nutzung oder die Einnahme einer Pacht. Wer mit Holz heizt, macht sich unabhängig von anderen Energieträgern. Wald zu kaufen ist sehr schwierig; in vielen Regionen sind die Wälder seit Generationen im Besitz einzelner Familien.

  • Streuobstwiese

Der Erwerb ist sehr einfach und es gibt in ländlichen Regionen sogar einen gewissen Markt dafür. Man kauft sich einen Acker und pflanzt etwas darauf, das man dann erntet und verkauft oder selbst nutzt. Das macht einiges an Arbeit. Je nach dem, was man anbauen möchte, hat man auch Betriebs- und Lagerkosten. Wenn man es dagegen rechnet, ist Obst und Gemüse aus dem Supermarkt meist günstiger. Die eigene Wiese lohnt sich erst in einem Krisenszenario, weil man sich dann selbst versorgen könnte.

  • Social Trading

Statt einem Fondsmanager folgt man einfach einem fremden Trader. Natürlich informiert man sich vorher über den Handelsstil und bisherige Meilensteine. Der Hauptvorteil dieser Art des Social Tradings ist das hohe Maß an Transparenz. Jeder Trade ist nachvollziehbar und kann vom Trader kommentiert werden. Anders als bei Fonds hat man Persönlichkeitsrisiken. Beim Social Trading folgt man meist Einzelpersonen. Wenn diese krank, knatschig oder einfach nur im Urlaub ist, dann kann das Depot auch gerne mal unbeaufsichtigt sein. Social Trading ist eine Alltagsspielerei und (noch) keine wirkliche Altersvorsorge.

  • Dividendenaktien

Man kauft Aktien, die besonders viel Dividende ausschütten. Um Kosten zu sparen kann man auch einen Fonds nehmen. Das Vermögen des Aktionärs bleibt bei einer Dividendenzahlung rechnerisch gleich: “Aktie runter und Bargeld rauf”. Der gefühlte Mehrwert liegt für manche Anleger in der Natur der Ausschüttung. Sie lieben es einfach, wenn ihnen jemand Geld überweist. Viele Konzerne schwimmen in Geld, können es nicht anlegen (Negativzins) und haben null Ideen, es organisch zu investieren. Die Auszahlung einer Dividende ist da oftmals nur eine Notlösung. Dividendenstrategien sind nur eine Modeerscheinung. Für den langfristigen Vermögensaufbau sollte man eher auf eine breite Mischung mehrerer Strategien setzen.

  • Fonds mit Kapitalerhalt

Man kauft einen Investmentfonds und bekommt vom Verkäufer eine Beruhigungspille. Man bekommt versprochen, dass das Kapital zu einem gewissen Termin zumindest erhalten werden soll. Wer weder Rendite noch Risiko möchte und wer einen Geldbetrag einfach nur nominal erhalten möchte, der sollte weder Wertpapiere, noch Häuser, noch Edelmetalle noch sonstwas kaufen. Investitionen sind mit Chancen und Risiken verbunden. Eine langfristige Kapitalanlage mit Sachwerten und einer breit gestreuten Beteiligungskultur benötigt weder eine Kapitalgarantie noch ein Kapitalerhaltsversprechen. Wer einen geeigneten Anlagehorizont mitbringt und wer den Einstieg temporär diversifiziert, benötigt keine störenden Placebos. „Fonds mit Kapitalerhalt“ sind (wenn überhaupt) eher was für die mittelfristige Anlage.

  • Bargeld

Bargeld, welches man nicht für de Konsum benötigt, legt man einfach zur Seite und lebt dann im Alter davon. Man hat keine Erträge, also bezahlt man auch keine Ertragssteuern. Das Risiko der Lagerung kann ziemlich elementar werden. Hinzu kommen juristische Risiken, wie eine Bargeldeinschränkung oder ein Bargeldverbot. Im Moment haben wir im kaum Inflation. Wenn sich dies in Zukunft ändert, dann zehrt das an der Kaufkraft des Geldes.

  • Kunst

Es gibt 3 große Nachteile: Mehrwertsteuer, Mehrwertsteuer und die Mehrwertsteuer! Dafür hat man aber wie bei Gold einen steuerfreien Ertrag, wenn man das Objekt nach 12 Monaten gewinnbringend verkauft. Kunst bezahlt keine Zinsen und man hat das Risiko der Lagerung. Kunst hat nur dann einen Wert, wenn es auch Nachfrage danach gibt. In sehr großen Portefeuilles kann ich mir Kunst sehr gut zur Beimischung vorstellen, doch für den kleinen Geldbeutel (<10 Mio EUR)  ist das eher nichts.

  • Getränke

Weine, Whiskey und andere Getränke können sehr werthaltig sein. Die Vor- und Nachteile sind ähnlich wie bei Kunst. In hochprozentigen alkoholischen Getränken in kleiner Stückelung („Flachmann“) sehen viele Experten allerdings den Mehrwert, weil man diese in einem Krisenszenario als Tauschmittel einsetzen könnte. Ähnlich wie Zigaretten dient Alkohol als hervorragendes Zahlungsmittel, wenn alle anderen gesetzlichen Zahlungsmittel eliminiert sind. Schnaps ist sehr lange haltbar. Wer Wein oder Whiskey sammeln möchte hat das Risiko der Lagerung und auch der Veräußerung. Ein eigener Weinkeller lohnt wohl auch nur für den gehobeneren Geldbeutel.

  • Biometrie

Der eigene Körper muss funktionstüchtig bleiben, ansonsten nützt jede Geldanlage nichts. Damit man die Vorsorge bis zum Rentenbeginn durchziehen kann, muss es dem Körper möglich sein, über diese Zeit das Einkommen zu erwirtschaften. Kann er das nicht, dann bricht die Planung zusammen. Man muss also schauen, dass man möglichst von anderen lebt und nicht so sehr auf die eigene Leistung angewiesen ist. Wem hierzu das nötige Kleingeld fehlt, sorgt mit existenzsichernden Versicherungen vor. Tipp: Wer die Berufsunfähigkeitsversicherung an die Rürup knüpft, kann den kompletten Beitrag von der Steuer absetzen. Risikovorsorge kostet ein bisschen Geld, im Prinzip ist sie aber noch wichtiger, als Altersvorsorge.

  • Weiteres….

Natürlich gibt es noch weitere Assets wie Sammlergegenstände, Oldtimer oder Münzen. Hierbei handelt es sich steuerlich immer um „private Veräußerungsgeschäfte“. Die Vor- und Nachteile gleichen sich in der Regel denen der Anlageklasse Kunst.

Hier noch mal die 5 unterschiedlichen Besteuerungsgrundlagen, denen ALLE Vorsorgelösungen zugeordnet sind:

  1. Nachgelagerte Besteuerung: Komplette Rente, bestehend aus eigenem Geld und den Erträgen wird besteuert.
  2. Ertragsbesteuerung: Man versteuert die Kapitalerträge dann, wenn sie fließen. (Freibetrag 801 p.a. pro Person).
  3. 12/62 Ertragsbesteuerung: Man besteuert die Erträge erst bei Auszahlung. Ist man dann über 62 und lief der Vertag über 12 Jahre dann wird der halbe persönliche Steuersatz genommen.
  4. Private Veräußerungsgeschäfte: Nach der Spekulationsfrist ist der Gewinn von der Steuer befreit.
  5. andere Einkünfte: z.B. V+V  oder Einkünfte aus Gewerbe

Zum Schluss noch ein Tipp: Kann dir dein Bank- oder Versicherungsberater das so nicht erklären, dann such dir nen anderen!


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Vorsorge für Aufgeweckte

In den letzten Tagen wurde viel über staatliche Zwangssysteme und Papiergeld geschumpfen. Auch die Riester-Rente wurde für gescheitert erklärt (Link). Doch schimpfen ist einfach. Was sind die Alternativen?

Von dem was ein Arbeitgeber brutto in die Hand nimmt, kommt noch zirka ein Drittel beim Arbeitnehmer an. Die Differenz krallt sich der monströre, verschwenderische Staat; ein korrupter Nimmersatt. Es hört niemals auf und wird immer mehr: Über alle Abteilungen der Einheitspartei hinweg haben linksgrüne Neosozialisten das Sagen. Sie streben nach zentralisierter Macht, sind aber hoch verschuldet. Deshalb wird der Raubzug wohl niemals enden.

Von dem was einem der Staat nicht gewalttätig und gegen den freien Willen abnimmt, kann man privat vorsorgen. Glaubt man der Politik, dann muss man das sogar. Ich möchte hier jetzt keine Diskussion  entflammen, ob „Gold“, „Silber“ oder „Aktien“ das beste ist. Das beste ist ein Mix aus vielen verschiedenen Asstes. Hierzu gehören Geldwerte, Sachwerte und Nutzwerte. Je nach persönlicher Präferenz wird die Gewichtung der Asstes bei jedem Menschen individuell sein.

Geld- und Sachwertes sind klar. Hier setzt man nicht auf einen Crash, sondern auf das laufende System. Mit einem Teil der Sachwerte sollte man allerdings physische Edelmetalle besitzen. So profitiert man am Gesamtsystem, wenn es nicht crasht und hat gleichzeitig einen Schutz, sobald es passiert. Im Bereich der Nutzwerte ist die Sache komplizierter. Hier gehen die persönlichen Präferenzen einzelner Menschen stark auseinander.

Das Themenfeld Nutzwerte kann man in die Bereiche Nahrung, Energie und Verteidigung unterteilen. Wieviel Nahrung und welche Gegenstände man immer zu Hause haben sollte, hängt davon ab, wie stark man Vorsorge betreiben möchte. Eine aus meiner Sicht völlig ausreichende Liste mit empfohlenen Dingen liefert der Staat selbst (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe).

Was passiert wenn die Lage eskaliert? Einfache Dinge, wie Selbstverteidigung können helfen. Es wird auch hilfreich sein, wenn man weiß, wie unsere Großeltern Krisenzeiten überstanden haben. Auch “Die Kunst der primitiven Waffen” kann ich zur Lektüre empfehlen. Wer sich eine Kleinwaffe nicht zutraut, sollte zumindest Pfefferspray griffbereit haben. Ganz viele Menschen betreiben keine Vorsorge. Diese Menschen werden in einem Krisenszenario zum animalischen Mob vor dem es sich zu schützen gilt.

Krisenvorsorge sollte kein bis kaum Geld kosten. Langzeitnahrung lehne ich persönlich ab, denn es gibt sehr viele normale Lebensmittel, die extrem lange haltbar sind. Mir persönlich ist wichtig, nicht alles auf ein Eskalationsszenario zu setzen, sondern das System zu nutzen, solange wie es noch läuft. Man sieht ja die ausufernde Bequemlichkeitsverdummung der Menschen. Diese Leute wählen tatsächlich Politiker, die ihnen zwei Drittel ihrer Leistung abknöpfen. Dümmer geht es nicht. Man muss versuchen, von dieser Massenverblödung zu profitieren.


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Die Riester-Rente ist gescheitert: Droht den Sparer-Schafen die Abwicklung?

Die Riester-Rente kostet den Staat bisher rund 25 Milliarden Euro.  Doch nur ein verschwindender Teil hiervon kommt bei den Sparern an. Derzeit gibt es mehr als 16 Millionen Riester-Verträge. Das Modell ist gescheitert.

Ein Aussteig aus Riester scheint volkswirtschaftlich unmöglich, denn viele Bürgerinnen und Bürger haben auf die Politik vertraut. Noch heute haben Verkäufer in Banken und Sparkassen sogenannte Stückzahlziele für den Verkauf von Riester-Verträgen. Diese Zielvereinbarungen gibt es seit Jahren, weshalb es mich nicht verwundert, dass es bundesweit bereits mehr als 16 Millionen Riester-Verträge gibt. Viele davon sind allerdings Karteileichen: Zirka ein Fünftel der Verträge wird akuell nicht aktiv bespart. Rund 40 Prozent der Riester-Sparer  sind zu dumm oder zu faul, die komplette Zulage zu beantragen. Sie gehen leer aus.

Das Wort “garantierte Ablaufleistung” hört sich bei Riester für viele sehr sexy an. Was bringt es einem 20 Jährigen, wenn er heute weiß, dass er mit 67 eine private Rente in Höhe von 1.123,87€ bekommt? Es bringt ihm nichts! Die zu stellende Frage ist: Was kann er von den 1.123,87€ in 47 Jahren kaufen? Er weiß zwar, wieviel Geld er bekommt, aber er weiß nicht, was es wert sein wird. Die garantierte Ablaufleistung ist nur ein Placebo. Übrigens: Es gibt für Versicherungsguthaben so gut wie keine Einlagensicherung. Das Aufsichtsamt ist im “Pleitefall” ermächtigt, Auszahlungen zu verbieten oder (garantierte) Leistungen herab zu setzen (VAG § 222). Garantieleistungen sind nur ein guter Marketingscherz.

Was viele Riester-Sparer nicht wissen: Bei allen Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge steckt der Staat in der Ansparphase einiges an Geld in den Vertrag. Doch in der Auszahlphase kommt der Showdown: Jeder Euro, der aus einem Riester- oder Rürüpvertrag fließt, gilt als Einkommen und muss versteuert werden. Man versteuert also nicht nur die Kapitalerträge, sondern das gesamte Guthaben. Problem dabei: Wer kennt denn heute schon seinen Steuersatz zum Rentenbeginn? Berechnet man solch einen Vertrag “netto”, dann ergeben sich oft keine Vorteile mehr.

Das Problem mit der Vererbbarkeit ist ebenfalls kaum bekannt. Stirbt ein Riestersparer im Alter von 72 Jahren in der Auszahlphase, bei 10 Jahren Rentengarantie, dann erhalten die Erben noch 5 Jahre die vereinbarte Rente. Danach geht das gesamte Kapital an die Versicherung. Stirbt der selbe Sparer mit 77 oder später, dann gehen die Erben leer aus. Diese Problematik existiert NUR bei Versicherungs-Riester; eventuell auch bei Bausparriester. Bei Riester auf Fondsbasis gelten die Vererbungsregeln der Sparphase, je nach Anbieter, bis zum 85. Lebensjahr.

Was die überschuldete Politik in Zeiten von Bargeldeinschränkung und Negativzins mit den bestehenden Riester-Verträgen anstellt, ist aktuell noch unklar. Wenn das Modell offiziell als gescheitert gilt, dann wird eine ziemliche Infrastuktur zerstört. Riester ist mehr als nur ein Vertrag. Riester ist eine Industrie; ein System; ein Bürokratiemonster. Die Abwicklung von Riester könnte für die Sparer-Schafe ziemlich hässlich werden, oder traut jemand der Politik etwas anderes zu?

Alles was in diesem Posting steht, ist seit Jahren bekannt. Warum Medien und Politik erst jetzt auf das Thema aufmerksam werden, erschließt sich mir nicht. Tolle Informationen zum Thema Vorsorge beschreiben die Autoren Friedrich & Weik in ihren Büchern Der größte Raubzug der Geschichte und Der Crash ist die Lösung. Im Mai 2016 erscheint ihr drittes Buch mit dem Titel Kapitalfehler.

Hintergrund: CDU-Politiker erklären Riester-Rente für gescheitert


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Aktienmarkt: Der Preis der Alternativlosigkeit

Wie groß der Schaden sein kann, wenn etwas für alternativlos erklärt wird, zeigt eindrucksvoll der Aktienmarkt. Anleger hat es eiskalt erwirtscht: Aus Zinslosigkeit wurde Ahnungslosigkeit und daraus wurde Alternativlosigkeit.

Insbesondere im ersten Halbjahr 2015 herrschte eine regelrechte Kaufpanik. Alle wollten Aktien haben. In einer Welt ohne Zinsen wurde die Dividende als perfekte Ertragsquelle gefeiert. Der Nutzen einer 3%-Dividende ist bei einem Kursverlust von z.B. 30% sehr gering. Auch diese Baisse läuft lehrbuchmäßig ab: Eine Kaufpanik mit Hype, dann eine Verehrung als Kür und schließlich ein übertriebener Abverkauf. Es wurde immer wieder betont, wie alternativlos die Aktie als Ertagsquelle wäre. Jetzt haben viele Anleger die Quittung für die scheinbare Alternativlosigkeit.

Aufgrund der Zinslosigkeit trifft es diejenigen am schlimmsten, die eigentlich Sicherheit brauchen. Produkte, die mit Sicherungsstrategien ausgestatten sind, haben nun empfindliche Verluste erlitten und benötigen jetzt fixe Erträge, um die versprochenen Sicherungsniveaus zu erreichen. Selbiges gilt für Anlageprodukte, die per Gesetz eine Kapitalgarantie haben müssen, wie z.B. alle Riester-Verträge. Aussitzen wird hier nicht funktionieren, weil „Produkte mit Sicherheit“ aus dem Markt raus sind und oftmals nur noch Cash halten. Wer hingegen Aktien oder Aktienfonds hat und warten kann, der sitzt die Sache einfach aus.

Handeln statt Jammern! Es gibt viele Dinge, die Anleger jetzt tun können. Ein DAX unter 9.000 Punkte ist sicherlich nicht mehr so überteuert wie ein DAX bei über 12.000 Punkten. Wer nach Oktober 2014 eingestiegen ist, hat jetzt Verluste. Warum nicht nachkaufen und damit den Einstand verbilligen? Privatanleger haben die schlechte Angewohnheit, stets dann zu kaufen wenn es teuer ist und zu verkaufen wenn es billig ist. Wie machen das Privatanleger beim Alltagseinkauf? „Huch, die Kartoffeln sind aber billig heute, da nehme ich gleich ein paar weniger“. Oder: „Huch, die Kartoffeln sind aber teuer heute, da nehme ich gleich ein paar mehr“.

Es ist so und es war schon immer so: Erträge sind mit Wagnissen verbunden, Wagnisse sind mit Risiken verbunden und Risiken sind mit Unsicherheiten verbunden. Nichts ist alternativlos. Auch wenn die aktuelle Baisse systemisch wird, wer sehr lange Zeit hat, kann Wagnisse eingehen. Natürlich führt eine wahnsinnig gewordene Politik die Welt immer wieder an den Rand des Abgrundes, aber die Welt wird nicht untergehen – das ist physikalisch unmöglich.

Lesetipps:


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Altersvorsorge: Die Garantieleistung als Marketingscherz

Deutsche Sparer bevorzugen Sicherheit. Die meisten wünschen sich sogar eine garantierte Ablaufleistung, die bis auf die zweite Nachkommastelle genau angibt, wie der Vertrag verlaufen wird. Dieser Fehler könnte eines Tages zu einem teuren Irrtum werden.

Menschen, die keine hohe finanzielle Bildung haben, also fast alle, lassen sich gerne von Verkaufsprofis einlullen. Das Wort „garantierte Ablaufleistung“ hört sich für viele sehr sexy an. Auch Garantiezinsen dürfen natürlich nicht fehlen. Doch genau diese Dinge sind es, die dem Sparer Angst machen sollten! Wer Vorsorge betreibt, hat lange Zeit. Oftmals sind das 40, 30, oder 20 Jahre. Über so einen Zeitraum kann man auch in einen Mix aus Sachwerten (Aktien, Edelmetalle etc…) sparen. Eine Garantie braucht man immer nur dann, wenn man sich gegen Kursrückgänge schützen will, oder wenn es ein Kontrahentenrisiko (z.B. Versicherungsgesellschaft) gibt.

Was bringt es einem 20 Jährigen, wenn er heute weiß, dass er mit 67 eine private Rente in Höhe von 1.123,87€ bekommt? Es bringt ihm nichts! Die zu stellende Frage ist: Was kann er von den 1.123,87€ in 47 Jahren kaufen? Er weiß zwar, wieviel Geld er bekommt, aber er weiß nicht, was es wert sein wird. Deshalb kann er auch nicht analysieren, ob seine Alterseinkünfte zur Erhaltung des Lebensstandards reichen werden. In einer klassischen Renten- oder Lebensversicherung ist sein Kapital als Kredit unterwegs. Es partizipiert nicht am Wachstum oder der Entwicklung echter Werte. Übrigens: Es gibt für Versicherungsguthaben im Prinzip so gut wie keine Einlagensicherung. Das Aufsichtsamt ist im “Pleitefall” ermächtigt, Auszahlungen zu verbieten oder (garantierte) Leistungen herab zu setzen (VAG § 89). Garantieleistungen sind einfach nur ein guter Marketingscherz. Wer auf Garantieen setzt, hat mit Sicherheit zu wenig.

Man sollte sein Geld anlegen und nicht stilllegen.

Man sollte nicht spekulieren,

sondern investieren und beteiligen statt verleihen.


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