Schlagwort-Archive: Zinsen

Die EZB hat ein Deutschland-Problem

Mit 1,7% meldet sich in Deutschland die Inflation zurück. Die größte Volkswirtschaft der EU bräuchte demnach eine etwas weniger lockere Geldpolitik. Damit würde Draghi den Südeuropäern den Saft abdrehen.

Das Grundproblem des Euros ist, dass man unterschiedliche Volkswirtschaften in das selbe Korsett steckt. Für alle Teilnehmerländer gilt die gleiche Geldpolitik. Das ist vergleichbar mit einem Arzt, der bei jedem Patienten immer das selbe Medikament verschreiben muss – unabhängig von der Diagnose. Dieser Missstand ist DIE URSACHE der Eurokrise. Nun sehen wir eine neue Eskalationsstufe: Die Realzinsen (Sparzinsen minus Inflation) in Deutschland werden negativ, damit sich Südeuropa weiter verschulden kann.

Um das Problem zu lösen, müssen Länder aus dem Euro austreten, damit sie eine individuelle und passgenaue Geldpolitik machen können. Doch warum sollen mehrere Südländer austreten, wenn man es auch einfacher haben kann? Im Prinzip ist es nur Deutschland, das nicht passt. Es wäre daher mehr als sinnvoll, wenn die Deutschen den Euro verlassen. Natürlich ist das politisch nicht erwünscht, weil sich die radikale EUzi-Führung niemals einen Fehler eingestehen wird. Daher wird es auch künftig dabei bleiben: Die EZB hat ein großes, hässliches Problem namens Deutschland.

Der Geldsozialismus (=“alle Volkswirtschaften ins gleiche Korsett“) hat uns in die Krise geführt. Beim scheinbaren Herausführen aus der Misere, machen es die Herrschenden noch schlimmer. Wie würde sich beispielsweise Peter Altmaier fühlen, wenn er das gleiche Korsett wie z.B. Ursula von der Leyen tragen müsste?  Das, was mit dem Korsett passieren würde, das passiert mit den Ersparnissen der Sparerschafe.

Pressespiegel:


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liebe Grüße, eure Jenny, @_JennyGER_

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BaFin lässt Bonitätsanleihen weiterhin zu

Verbraucherschützende glühen vor Wut. Weil die Zertifikaterbranche Zugeständnisse bei Bonitätsanleihen macht, zieht die Bafin das geplante Verbot vorerst zurück. Die „Credit Linked Note“ kann bleiben – aber mit verschärften Regeln.

bonianleihenSo geht´s: Investierende leihen einer Bank Geld und bekommen hierfür Zinsen. Die Rückzahlung richtet sich nach der Zahlungsfähigkeit eines Drittschuldners. Hierfür bekommen die Anlegenden einen Zinsaufschlag. Bei einer Bonitätsanleihe hat man sinngemäß zwei Schuldner: Die Bank und einen Drittschuldner. Daher sind die Zinsen regelmäßig etwas höher im Vergleich zu klassischen Unternehmensanleihen. Fällt der Drittschuldner aus, ist die Bonitätsanleihe ist Gefahr.

Hintergrund des BaFin-Sinneswandels ist eine Selbstverpflichtung, die sich  Emittenten von Bonitätsanleihen und die vertreibenden Banken auferlegt haben. Dabei sind diese Papiere bei Anlegenden sehr beliebt: Derzeit halten Privatanlegende Bonitätsanleihen im Volumen von 6 Milliarden Euro. Künftig soll es ein Mindestrating (Investment Grade) geben. Auch soll der Drittschuldner börsennotiert sein. Außerdem sollen sich die Credit Linked Notes künftig nur auf einen Schuldner und nicht mehrere Schuldner beziehen. Die Mindeststückelung soll 10.000 € betragen.

Mit den Inhalten der Selbstverpflichtung können Bonitätsanleihen ein sinnvolles Finanzinstrument sein. Es handelt sich um keine „bösen Papiere“, sondern um, je nach Rating der Drittschuldner, tendenziell sicherheitsorientierte Zinsanlagen. Wer an die Bonität von beispielsweise Daimler, BASF, Bayer, Allianz, Post, Telekom oder einigen anderen höherboniblen Großkonzernen glaubt, kann mit dieser Anlageform einen kleinen Zinsaufschlag kassieren. Wichtig ist, wie bei allen anderen Finanzprodukten auch, dass die Beratung qualitativ abläuft.

Wie werden diese Produkte konstruiert und wie funktionieren sie technisch? Hierzu steht alles auf Wikipedia. Anders als die ebenfalls unter Kritik stehenden CFDs, sind Bonitätsanleihen keine Zockerpapiere. Muss ein Privatanlegender wissen, wie CLNs technisch gebaut werden? Nein! Autokaufende lassen sich im Autohaus ja auch nicht jede Schraube erklären. Ob und wie ein Finanzinstrument geeignet und angemessen ist, können Anlegende mit ihrem Beratenden im persönlichen Gespräch klären und protokollieren. Mündige Verbrauchende können selbst entscheiden.


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Enteignung der Sparer: Dieser Chart zeigt, dass nicht der Euro das Problem ist

Die Deutschen haben ein neues Feindbild: Mario Draghi. Er soll für die „Enteignung der Sparer“ verantwortlich sein. Draghi steht für den Euro und eine ultralockere Geldpolitik. Kritik gegen ihn kommt nicht nur von der AfD, sondern hauptsächlich auch aus den Reihen der Merkelparteien.

chart_all_umlaufrenditedeoeffentlichehandDie EZB reagiert mit dem Nullzins auf die schwache wirtschaftliche Lage. Kapitalerträge hängen von guten wirtschaftlichen Entwicklungen ab und für die sind andere verantwortlich. Beim Thema Null- und Negativzins wird immer wieder eines vergessen: Die Zinsen fallen nicht erst seit Mario Draghi. Der durchschnittliche Zins von risikoarmen Anleihen wird in der sog. Umlaufrendite gemessen und seit Jahrzehnten von der Bundesbank veröffentlicht. Im Zeitraum zwischen November 1964 und November 2014 betrug die Durchschnittsrendite 6,1 %. Der Höchststand war mit 11,2 % im August 1981. Seit Seit Juni 2016 ist die Umlaufrendite negativ.

Wie man im Verlauf gut sehen kann, fällt die Umlaufrendite nicht erst seit dem Euro oder seit Mario Draghi. Es gab zwar immer wieder Aufs und Abs, doch ein Trend ist eindeutig erkennbar. Der Zins fällt seit den 1970er Jahren. Die Ursachen sind nicht kurzsichtig im Euro zu suchen. Wir sollten aufhören Personen wie Draghi dafür verantwortlich zu machen. Draghi ist nur eine Schachfigur; mehr nicht. Was man hier sieht ist eine Form von Inflation. Man kann sie nicht mit den Verbraucherpreisen messen. Diese Inflation nennt man in Fachkreisen „Anleihenblase“.

Ich sehe hierbei 2 Probleme: Die fehlende Zinszahlung macht Anleihen unattraktiv und die Kursgewinne der letzten 40 Jahre können nicht nochmal kommen, außer die Renditen würden stark negativ. Im Anleihenmarkt wurde das Pulver für mehr als eine Generation verschossen. Für die Medien ist dies (noch) uninteressant, denn viele verstehen den Anleihemarkt schlicht fachlich nicht. Allein der mathematische Mechanismus, der negativen Korrelation von Rendite und Kurs, ist vielen nicht klar. Daher hetzt man lieber gegen den Euro oder schafft künstliche Feindbilder wie Mario Draghi. Das Problem ist unser Geldsystem, nicht unsere Währung.

Wenn das aktuelle System kollabiert, dann waren nicht freie Märkte daran schuld, sondern ein zentral geplanter Geldsozialismus. Auch Neosozialismus genannt.

Literatur zum Thema:


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Mythos Nullzins: Der Sparer wird nicht enteignet

„Die Sparer müssen ihr Geld nicht nur auf dem Sparbuch anlegen, sondern haben auch andere Möglichkeiten“, sagte Draghi neulich in Frankfurt. Die Zeiten des leistungslosen Zinseinkommens für wohlhabende Sparer sind endgültig vorbei.

Risikolose Zinsen sind ein bedingungsloses Grundeinkommen für Reiche. Meiner Meinung nach sollte niemand ein Einkommen bekommen, das ohne ein unternehmerisches Wagniss einzugehen, quasi leistungslos, entsteht. Mario Draghi hat selbstverständlich recht, wenn er sagt, dass niemand an sein „heiliges Sparbuch“ gebunden ist. Wer wieder Zinsen möchte, muss sich beteiligen statt zu verleihen, anlegen statt stilllegen und investieren statt spekulieren. Die Zinslosigkeit stellt eine neue Normalität dar. Der Sparer wird nicht enteignet; wie ich gleich zeigen werde, gibt es durchaus noch gute Möglichkeiten, Kapitalerträge zu bekommen.

Nehmen wir einen klassischen Sparer aus der Mittelschicht, der 100.000 Euro zu 0,01% auf dem Sparbuch hat. Bleibt das Zinsniveau, um es in Draghis Worten zu sagen, für eine „extended period“ auf dem aktuellen Niveau, dann wird der Sparer in 7 Jahren ziemlich genau 70 Euro Zinsen erhalten haben. Nähme man stattdessen z.B. eine Stufenzinsanleihe (von der gleichen Bank wie das Sparbuch), dann bekäme man in sieben Jahren zirka 3.500 Euro. Bei einem bunten Strauß aus qualitativen Unternehmensanleihen (Daimler, Telekom, Post usw…) könnten es auch über 6.000 sein. Oder wie wärs mit „Aktien mit Risikopuffer“. Das sind Anlagen, mit denen man um die 3,5% vedienen kann, solange der Aktienmarkt nicht mehr als z.B. 50% einbricht: Es winken 24.500 Erträge! Für die ganz vorsichtigen gibt es natürlich auch offene Immobilienfonds. Hier kann man zirka 2% p.a. erwarten. Bei 3% Anfangskosten bleiben nach 7 Jahren immerhin 11.000 Euro Ertrag. Ich könnte stundenlang so weiter machen. Wichtig dabei ist, dass man nicht alles auf eine Karte setzt; selbst die hier vorgestellten risikoarmen Lösungen sollte man miteinander mischen. Die 70 Euro dieses beispielhaften Sparers sind NICHT alternativlos. Zum Thema Risiko: Bei einem Weltuntergang ist auch das Sparbuch weg!

Damit Sparer wieder Zinsen bekommen, müssen sie sich mit ihrem Geld beschäftigen. Leistungsloses Einkommen, ganz ohne Investition oder Arbeit, gibt es nicht mehr. Ein weiterer Punkt ist die Verfügbarkeit: Viele Sparer legen ihr Geld so an, dass sie es jederzeit in Bargeld konvertieren können. Braucht man wirklich 100.000 flüssig ? Und warum denken ältere Menschen immer, sie könnten nicht mehr mittel- bis langfristig anlegen? Wer hat denn eigentlich diese dämliche Regel erfunden, dass jede Geldanlage am Todestag liquide sein muss? Depots können, wie Immobilien, vererbt werden. Große Vermögen mit allen dazugehörigen Wertpapieren, Immobilien und Beteiligungen werden nach dem Tod einfach auf die nächste Generation übertragen. Niemand ist zu alt für Rendite. In der neuen Zinswelt gibt es noch immer Kapitalerträge, aber wie es Mario Draghi schon sagte: Die Sparer müssen sich um ihr Geld kümmern.

Dass die Sparer enteignet werden, halte ich für eine rechtspopulistische Verschwörungstheorie. Wenn man Reichen ihr leistungsloses Einkommen wegnimmt und dafür sorgt, dass sie sich an der Wirklichkeit beteiligen, dann ist das keine Enteignung.

zum weiterlesen:


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Kritik an Mario Draghi ist nur ein populistisches Ablenkungsmanöver

Draghi-ECBEinfache Menschen lieben einfache Feindbilder. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die große Politik nun Herrn Draghi als Bauernopfer präsentiert. Kaum eine Gestalt ist so verhasst wie Mario Draghi. Warum eigentlich?

Draghi  ist Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) und Vorstandsmitglied der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ) in Basel. Zwischen 2002 und 2005 war er Vice President bei Goldman Sachs. Er wurde 2011 vom Europäischen Rat offiziell als Nachfolger bestimmt. Der Europäische Rat ist nicht das Parlament und auch nicht die Europäische Kommission. Der Europäische Rat ist das Gremium der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Man kann also sagen, der EZB-Chef ist ein von den Regierungen bestimmter Beamter. Sein Job ist die Preisniveaustabilität; hierfür hat er ein Mandat mit gewissen Instrumenten.

Mario Draghi passt genau ins Feindbild der Kartoffelköpfe: Banker, Goldman und Italiener. Draghi gehört zum System der Machtelite. Wird er nun von selbiger kritisiert, dann ist das natürlich heuchlerisch. Bei der Pressekonferenz am Donnerstag sagte er: „Zinsen sind ein Symptom und keine Ursache. Wenn die Politik höhere Zinsen will, dann muss sie für Wachstum sorgen.“ Die EZB hat nach 2008 massiv die Zinsen gesenkt, damit die Staaten Luft und vor allem Zeit haben. Doch sie haben diese Zeit nicht genutzt. Nun soll Draghi daran schuld sein? Die andere Seite der Medaille ist, dass vor allem Schäuble vom Niedrigzins profitiert. Ohne Draghi gäbe es wohl keine schwarze Null.

Mario Draghi muss als Sündenbock herhalten, dabei ist die EZB nur eine Beauftragte der Politik. Sie ist zwar unabhängig, zieht aber seit der Eurorettung stets am gleichen Strang wie die übrigen Politiker. Draghi ist nur der Handlanger eines kranken Systems. Er dient als Sündenbock und billiges Ablenkungsmanöver. Die Menschen sehen den niedrigen Zins als Problem an, dabei übersehen Sie, dass der niedrige Zins nur Folge einer Ursache ist. Und diese Ursache wurde bis heute nicht von der Politik behoben. Draghi ist wie Ibuprofen: Er lindert den Schmerz bis die Heilung einsetzt. Die Politik hat aber kein Interesse an einer Heilung; jetzt soll Ibuprofen daran schuld sein.


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Finger weg von Geldmarktfonds

Banken scheuen Liquidität, wie der Teufel das Weihwasser. Kunden, die täglich verfügbare Einlagen horten, kosten Geld und bringen keinen Ertrag. Diese Sparer wollen keine Rendite; sie wollen nur Sicherheit und Verfügbarkeit. Bei negativer Verzinsung würden sie ihr Geld sofort abheben, weshalb diese Kundengruppe immer mehr zum Problem für die europäischen Banken wird.

Bei manch einer Bank ist selbst der Nullzins auf dem Tagesgeldkonto schon eine Sonderkondition mit negativem Deckungsbeitrag. Am liebsten würde man eine Verwahrgebühr verlangen, doch angesichts der erwartbaren Reaktion der Einleger, versucht man dies (noch) zu verhindern. Man sitzt die Sache aus. Eine kreative Idee der Banken, die lästige Liquidität ihrer Kunden loszuwerden, sind Geldmarktfonds. Auf Euro lautend versprechen sie Renditen zwischen 0% und 0,10%. Doch Vorsicht, denn diese Finanzinstrumente haben es in sich!

Die Rechnung der Banker geht so: Täglich verfügbare Einlagen von Sparern kosten Geld. Eigentlich wäre es das Beste, die Kunden zu einer anderen Bank zu schicken, doch dann verliert man die wertvolle Adresse. Also bietet man den Sparern eine außerbilanzielle Lösung an, womit man Provisionen vereinnahmt. Erzkonservativen Anlegern bietet man seit Neustem Geldmarktfonds an. Sie bieten Verfügbarkeit, eine Illusion von Sicherheit und eine Rendite knapp über 0%. Für die 5 bis maximal 10 Basispunkte Rendite gibt der Sparer dann die Einlagensicherung auf und stürzt sich in den Kapitalmarkt.

Ziemlich pervers sind auch die Kosten. Ein Anbieter in Deutschland verspricht „eine planbarer Rendite in Höhe von 0,05% p.a. für den laufenden Monat“ und kassiert hierfür lt. PIB ca. 0,24% Kosten. Das heißt der Fonds wird vor Kosten ca. 0,29% bringen müssen und auch Risiken für 29 Basispunkte eingehen. Von diesen 29 Basispunkten gibt man dem Sparer 5 und behält 24 für sich selbst. Sagt mal, gehts eigentlich noch?

Für diese läppischen 5 Promille Rendite verzichtet der Sparer auf die Einlagensicherung und bekommt kurzlaufende Anleihen von südeuropäischen Banken und wackeligen Südstaaten. Um eine Verzinsung von über 0% zu finden, ist es mehr als logisch, dass sich der Fonds in Südeuropa umschauen muss. Die zu stellende Frage ist, ob das der typische Tagesgeld-Anleger will? Ziemlich dreist ist auch das Vergütungsmodell mancher Fonds. Einzelne Anbieter vereinnahmen „bis zu 100% der Rendite, die eine klassische Geldmarktanlage übertrifft“. Masterfrage: Wie viel Risiko wird ein Fondsmanager mit dieser Klausel im Prospekt wohl eingehen?

Tipp: Wird bei einem Wagnis das Risiko nur unzureichend vergütet, dann sollte man das Risiko auch nicht eingehen. Bei vielen Geldmarktfonds sehe ich es so: Lieber 0,00% SICHER, als 0,05% UNSICHER.


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Unionspolitiker gehen unter die EZB-Kritiker

Bisher galt Kritik an Zentralbanken als rechtspopulistisch, antisemitisch, esoterisch, verschwörerisch, klimaschädlich, laktosehaltig und antieuropäisch. Doch inzwischen ist die Lückenpresse voll davon! „EZB-Politik kostet Sparer 200 Milliarden Euro“ rechnen uns die Medien vor.

Die 200 Milliarden Euro stammen aus einer Berechnung der DZ Bank und besteht aus entgangenen Zinsen, die mit ersparten Kreditzinsen verrechnet wurden. Was in der Berechnung fehlt, sind zum Beispiel die imensen Aufschläge bei Immobilienpreisen, die man auch als Schaden bezeichnen könnte. Ebenso fehlt die Zukunftssicht: Bisher hat die EZB einen Schaden in Höhe von 200 Milliarden Euro verursacht, doch hier kommt in den nächsten Jahrzehnten noch einiges hinzu. Ich erinnere mich noch gut an Zeiten, wo Kritik an der EZB als Populismus abgekanzelt wurde. Jetzt hat sich die öffentliche Meinungsvorgabe plötzlich geändert.

„Die EZB fährt einen hochriskanten Kurs“, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) der „Welt am Sonntag“. Bundesfinanzminister Schäuble gibt der EZB sogar Mitschuld am Erfolg der AfD, wie die FAZ schreibt. Die Merkelregierung denkt sogar darüber nach, der EZB das „Helikoptergeld“ zu verbieten, verkündet Welt-Online. Sogar der Spiegel posaunt den Sinneswandel der Union hinaus.

Wie ist das ganze einzuordnen? Die Politik, allen voran die Unionsparteien, haben bisher stets von der EZB profitiert. Ohne die niedrigen Zinsen wäre die für die Propaganda so wichtige „schwarze Null“ unmöglich gewesen. Der Staat gehört zu den hauptsächlichen Profiteuren der EZB-Politik. Die Politik versucht nun vom eigenen Versagen abzulenken. Die EZB muss als Sündenbock herhalten, dabei ist die EZB nur eine Beauftragte der Politik. Sie ist zwar unabhängig, zieht aber seit der Eurorettung stets am gleichen Strang wie die übrigen Politiker.

Der  Präsident der Europäischen Zentralbank hat stets betont, dass er nur Zeit kaufen kann.  Die Staaten müssen die Zeit für Reformen nutzen. Doch statt systemrelevante Banken zu zerschlagen und den Staat zu reformieren haben sie sich viel lieber auf dem Nullzins ausgeruht und neue Schulden gemacht. Die Merkelisten haben die von Draghi gekaufte Zeit nicht genutzt. Genau hiervon versucht die vorgegebene Meinung nun abzulenken. Eine Frage ist noch offen: Wenn die Deutschen Sparer einen Schaden in Höhe von 200 Mrd. Euro haben, warum werden dann die Reichen immer reicher und die Armen immer mehr?


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